Das Strafforum

Satire zum Thema Wahrnehmung

von  Saira

Im Strafforum
flüstern die Seiten Angst.
Die Tinte schreibt
mit zitternder Hand.
Jede Silbe, die sich erhebt,
wird zurück in den Staub getreten,
noch ehe sie Flügel bekommt.


Über den Versen
kreisen Geier des Verdachts.
Sie wittern Begierde
selbst im Schatten einer Sonnenblume
und erklären jedes Nicken
zum Paarungsruf der Buchstaben.

Ein freundliches Wort
trägt Fußfesseln,
ein Gleichklang der Gedanken
wird zum heimlichen Vergehen.

So knallt die Peitsche
durch die Rippen der Metaphern,
als ließe sich Bedeutung dressieren.
Selbst der schwanzgesteuerte Kommentar
zittert, bevor er wagt, sich zu zeigen.

Doch weit draußen,
jenseits des Zauns aus Unterstellungen,
brennt noch Licht.

Dort stehen die Gedichte
aufrecht im Gegenwind.
Zerzaust.
Verlacht.
Ungebrochen.

Und ihr Lachen
ist ansteckend.

Denn Worte,
die wirklich frei sind,
lassen sich nicht anleinen.

Nicht mit Leder.
Nicht mit Verdacht.
Nicht mit den Gespenstern,
die andere
in ihre Verse hineinfantasieren.

Während sie
auf ihrem Dreirad kreist,
zieht längst eine Karawane aus Leuchttürmen
über den Horizont
und macht die Nacht lächerlich klein.



@Sigrun Al-Badri/ 2026
 




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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (04.06.26, 19:09)
Liebe Saira, du kommst mit deinem Gedicht meinen Gedanken zuvor..Ich werde meinen Text beginnen mit: "Wie kann ich wissen wie ich denke,bevor ich lese was ich schrebe."i
Das bezieht sich auf vorschnelle Reaktionen auf gegenteilige Meinungen.
Ich"muss mich durchsetzen, denn ich bin wichtig!"! Falsch!
Ich kann nur reichen, was ich an Wissen angesammelt zu haben glaube. Wer glaubt denn von sich, dass er anderen seine Meinung über oder von Ereignissen oder Zuständen aufpressen kann oder muss? Überzeugungsarbeit leisten durch Aufpressen?
Das hat noch nie funktioniert. "Karthago ist eine zu Zerstörende!"
Damit begann jeder römische Senator seine Rede im Senat!"
So ist es bis heute geblieben - sinngemäß!
Minderheiten haben "bei uns" nichts zu suchen., b.z.w. müssen dankbar sein, wenn sie geduldet werden! Es lebe der BvB Borussia Dortmund. Wie du bist Deutscher? Das wusste ich gar nicht!

Solche Kommentare "sind wie Spreu, die der Wind zerstreut" Psalm sowie so., nicht aus einer Sure , nicht aus einer jüdischen  Wahrsagung, aus der christlichen Bibel.
Also bitte, haltet Ihr Euch, die hier gemeint seid, mit solchen Kommentaren zurück!
Darum bittet euch der alte Kunstmeister Reliwette.
Mit frdl Gruß!

Kommentar geändert am 04.06.2026 um 19:12 Uhr

 Saira meinte dazu am 04.06.26 um 19:24:
Lieber Reli,

dein Satz „Wie kann ich wissen, wie ich denke, bevor ich lese, was ich schreibe?“ gefällt mir sehr. Er erinnert daran, dass Denken oft erst im Schreiben und im Austausch entsteht. Wer schon vorher alles zu wissen glaubt, hört irgendwann nicht mehr zu.

Auch deshalb habe ich die Satire geschrieben. Nicht, weil jede Meinung gleich sein muss, sondern weil aus einer Vermutung schnell ein Urteil wird und aus einem Urteil eine Wahrheit, die nie geprüft wurde.

Die Worte von der Spreu, die der Wind zerstreut, passen da sehr gut. Verdächtigungen und Unterstellungen mögen eine Zeit lang laut sein, aber sie hinterlassen selten etwas Bleibendes. Gute Gedanken, echte Gespräche und ehrliche Texte haben meist den längeren Atem.

Danke für deinen Kommentar. Ich bin gespannt auf deinen Text.

Herzliche Grüße
Saira
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