Ort des Friedens

Gedicht zum Thema Harmonie

von  Saira

Zwischen zwei Atemzügen
entstand ein Garten,
den keine Landkarte kennt.

 

Dort wachsen Blumen
aus unausgesprochenen Gedanken,
ihre Blüten bergen Farben,
für die die Ewigkeit noch keine Namen fand.

 

Über ihnen ziehen Hummeln
wie kleine Gesandte des Sommers,
während Hornissen,
aus Netzen der Schwere befreit,
goldene Kreise in die Luft schreiben –
stille Dankesbriefe
an die Güte der Welt.

 

An diesem Ort
ruht Harmonie nicht wie ein Wort,
sondern wie ein warmer Stein in der Sonne,
auf dem Frieden seine müden Füße ausstreckt.

 

Eine Stimme wandert
durch die Zweige der Zeit,
weich wie der Flügelschlag eines Nachtfalters,
nah wie ein Fensterlicht
in der Ferne.

 

Und wenn die Welt draußen
ihre harten Trommeln schlägt,
ihre Fahnen aus Ärger,
Neid und Lärm entrollt,
bleibt dieser Ort bestehen:
ein Baldachin aus hohem Gras,
ein Glas mit Sternenperlen,
ein Himmel, der nichts beweisen muss.

 

Manchmal ziehen Cherubine vorbei
mit Taschen voller Wolkenstaub.
Sie sammeln die verlorenen Splitter des Lichts
und tragen sie hinauf
in die Archive des Unendlichen,
wo nur das Wesentliche bleibt,
und jedes Herz seine Waage findet.

 

So blüht der Garten weiter –
nicht gegen die Dunkelheit,
sondern jenseits von ihr,
wie der Duft einer Rose
auf den Händen des Windes,
lange nachdem die Nacht
die Tore des Tages geschlossen hat.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026


Hinweis: Der Verfasser wünscht generell keine Kommentare von Teo und Moppel.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: