Meine Finger kleben an der Weltkante,
zittern wie Eis im Riss.
Ein Freund atmet schwer,
ich kann ihn nicht halten, nur spüren,
Angst zieht durch mich.
Die Erde krümmt sich,
Städte röcheln wie gehetzte Tiere.
Augen spiegeln Trümmer,
Lachen fremd,
Freude ein Messer.
Das Leben ein Buch aus Blut und Staub,
ich blättere hilflos,
Hände brennen,
die nichts greifen, nichts retten.
Die Angst auf meiner Zunge,
Metall, Sturm,
presst mich zusammen,
bis ich vergesse zu atmen.
Doch sein Herzschlag an meiner Seite,
Zittern seiner Hand,
glimmt Licht:
hartnäckig, unbesiegbar,
die Finsternis dringt nicht ein.
©Sigrun Al-Badri/ 2026