Wilmas Urlaubstag

Verserzählung zum Thema Urlaub/ Ferien

von  Saira

Wilma
ist überzeugt,

dass Urlaub
eine ernste Angelegenheit ist.

Er beginnt

mit dem Wind.

Er streicht
durch ihr Fell,

bringt
tausend Gerüche mit

und erzählt,

was seit gestern
am Strand
geschehen ist.

Wilma
hört aufmerksam zu.

Dann

wartet
das Meer.

Es hebt
eine Welle,

noch eine,

und noch eine.

Ein leises Hallo

liegt
in seinem Rauschen.

Wilma
tritt näher.

Langsam.

Mit Würde.

Die Nase
entscheidet zuerst.

Die Pfoten

dürfen folgen.

Doch irgendwann

verliert selbst
die Würde

gegen
die Lebensfreude.

Wilma
springt los.

Das Wasser
tanzt.

Die Wellen
springen mit.

Gischt
fliegt
durch die Luft.

Frauchen
lacht.

Wilma
nimmt es
wohlwollend
zur Kenntnis.

Genau
so

hatte sie
den Vormittag
geplant.

Später

fliegt
ein Ball
über den Sand.

Wilma
hinterher.

Mit wehenden Ohren.

Mit leuchtenden Augen.

Der Ball
kehrt zurück.

Immer wieder.

Keiner
führt Buch,

wie oft.

Es genügt,

dass beide
nicht aufhören
zu lachen.

Mittags

breitet Frauchen
eine Decke aus.

Der Sommer

nimmt Platz.

Brot.

Käse.

Ein Apfel.

Eine Flasche Wasser.

Für Wilma

gibt es
die allerbeste
Wurst.

Sie wartet

mit vollendeter Höflichkeit.

Nur ihr Blick

stellt vorsichtig
die Frage,

ob Geduld

nicht vielleicht

belohnt werden sollte.

Natürlich

wird sie das.

Eine Möwe
landet
in der Nähe.

Sie betrachtet
das Picknick

mit beruflichem Interesse.

Wilma
betrachtet
die Möwe.

Beide
verstehen sich.

Beide
vertrauen
der anderen

keinen einzigen
Bissen an.

Der Nachmittag

wird stiller.

Frauchen
holt
ein kleines Notizbuch
hervor.

Der Stift

wandert
über das Papier.

Zeile
für Zeile.

Ein Gedicht

über diesen
Sommertag.

Über Wind.

Über Wasser.

Über Pfoten
im nassen Sand.

Über eine Hündin,

die das Meer

mit der Nase

zu lesen versteht.

Wilma
liegt daneben.

Sie hebt
hin und wieder
den Kopf,

prüft den Wind

und bewacht

jede Zeile,

bis sie
ihren Platz
gefunden hat.

Der Himmel

wechselt

unauffällig

sein Blau.

Die Sonne

verlangsamt

ihre Schritte.

Irgendwo

zwischen Wasser,

Wind,

Lachen

und den Spuren
im Sand

kehrt
eine stille
Zufriedenheit ein.

Wilma

legt den Kopf

auf Frauchens Fuß.

Keine Bitte.

Keine Frage.

Nur Nähe.

Es riecht

nach Salz.

Nach Sonne.

Nach warmem Fell.

Nach gemeinsamer Zeit.

Im Sand

liegt
der Ball.

Ein wenig
sandig.

Ein wenig
müde.

Er darf

bis morgen

Pause machen.

Wilma

findet,

das sei

eine ausgezeichnete Idee.

Eine kleine Welle

streift
noch einmal
den Strand.

Das Meer

behält

sein leises
Hallo.

Frauchen

behält

ihr Gedicht.

Und Wilma

trägt

diesen Sommertag

einfach

im Herzen

nach Hause.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026






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Wilma Al-Badri


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