Impressionen auf dem Weg nach Rimini

Tagebuch zum Thema Reisen

von  S4SCH4

Es ist Mittag, ich habe mein Pensum für heute wieder einmal erfüllt. Mehr wäre wohl gegangen, verbunden mit einigen Unannehmlichkeiten, vielleicht sogar mit vielen davon. Und so belasse ich es dabei, let´s call it a day, wie auch gestern bereits gegen Mittag und nach etwas über 30 Kilometern, mit dem an mich gemachten Versprechen, den Tag so gut es geht zu genießen, heute hier in Rimini, wo die Geschäfte zum Großteil geschlossen haben und nur hier und da für die Einheimischen geöffnet.

 

Die besagten 30 Kilometer führten mich an der Adria entlang, erst durch einen direkt an den Strand angrenzenden Waldgürtel, die Pineta di Pinarella, bestehend aus einigen Kiefern und einer Menge Pinien. Bevor ich dann die Küste entlangfuhr, auf Schotter und Asphalt, bis ich in einem Ort zu stehen kam, just vor einem Flussausläufer, und der Grund mir zuerst im Unklaren blieb, führte die Route doch laut der Komoot-App über das Wasser. Eine Brücke gab es nicht und mein Verdacht, dass es an einer Fähre liegen müsse mich auf die andere Seite zu bringe, bestätigte sich, nachdem ich einen Herrn, der seinem Auto gerade entstieg, freundlich mit einem buongiorno begrüßte und auf Englisch fragte, wie ich eben auf die andere Seite der Mündung käme. „Ferry is not available … you have to go back and turn around.” Diese Instruktion verstand ich unmissverständlich, hatte es mir so auch fast gedacht, bedankte mich in jedem Fall für die Auskunft und verabschiedete mich, um eine ausgiebige Tour durch den hiesigen Ort zu machen.

 

Weiter fuhr ich auf hervorragend ausgebauten Küstenpromenaden entlang, immer mit freien Blick auf das Adriatische Meer, oder aber auch auf weniger ausgebauten Radwegen und Straßen an einigen Flussausläufern vorbei, mit allerhand bunten Fischerbooten. In Rimini Zentrum fing meine Navigation an zu spinnen, führte mich hierhin und dorthin, ich begann lautstark zu fluchen, erregt einige Aufmerksamkeit um mich herum und machte mich aber just wieder auf, um von dannen zu ziehen, hin in das heute bebuchte Hotel, das unweit eines hiesigen Sandstrandes liegt, nur unwesentlich teurer ist als jenes gestern in Cervia, aber offenkundig wesentlich besser in Service, Ausstattung und Lage.

 

Am Hotel angekommen, parkte ich mein Fahrrad, packte meine beiden Hinterradtaschen ab, zudem Isomatte und Schlafsack und checkte ein. Mir zu Gute kam, dass ich bereits vor der offiziellen Check-in Zeit in mein gebuchtes Zimmer gelassen wurde, dieses mir schnell gefiel, denn es liegt nicht zu hoch im Gebäude und ist ausreichend dimensioniert, einzig die störenden Geräusche im Komplex, es klappert und hallt sehr stark, sind ein wesentlicher Kritikpunkt.

 

Ein Mittagsschläfchen würde mir guttun, denke ich, danach werden meine lädierten Füße und Beine mich an den Strand führen, wo ich mich ein wenig den Wellen ergebe, ich möchte sie rauschen hören, sie salzig schmecken und schließlich dabei zusehen, wie sie brechen, nur damit sie irgendwo wieder emporschnellen und unmissverständlich zu erkennen geben, sie seien vom nachgiebigen Ur-Element, stehen dabei für Wandel, Ausdauer und Weisheit; nicht zuletzt Rückzug. Dieses Schauspiel werde ich sehr genießen, bevor ich dann schließlich nach einem Fischrestaurant Ausschau halten werde, vielleicht bei passendem Weißwein, sehr wohl einem trockenen Rebola, dem bekannten Lokalwein aus dem Gebiet Colli di Rimini, auf Deutsch: den Hügeln von Rimini.

 

So schließ ich nun erstmal die Augen und gehe mich vielleicht für einen Augenblick baden in den Wellen einiger Träume.



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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (10.10.26, 16:12)
Hallo Sascha,
 ein paar Brocken mehr auf italienisch wären nicht schlecht! Lass sie doch einfach einfließen, wie ich jetzt einen sehr alten Witz<.
Schlesischer Dialekt:"Arich (Erich), die Welle hat mich jekisst!!
Ja, und jlech darauf hat sie sich gebrochen!".

Schöne Impression! Gruß! Hartmut

 S4SCH4 meinte dazu am 10.10.26 um 16:19:
Come sta, Hartmut?
Un po frammento italiano?
Allora …
Prendo un po frammento frutti di mare, per favore…
Grazie!

Ciao compagno

 Reliwette antwortete darauf am 10.10.26 um 16:27:
Gracie, amigo, sempre bene!
Frutti di Mare? Un pro framento?
Si, Seniore, subito!
Tschau bello!
Hartmut
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