Liebe Leute

Gedanke zum Thema Eigene Welt

von  Reliwette

                                Seht ihr die Schrift auf weißem Fleck

                                 Papier, ihr lest - schon ist sie weg

                                 es ist kein Fax, es ist ne Meil -

                                 fast ohne Post, das find ich geil


                                  Nicht Tinte brauch ich, kein Papier

                                   ist virtuell das Ganze hier!

                                   Die Marke brauch ich nicht zu lecken,

                                   postalisch oder andern Zwecken


                                   Dient hier der weiße Platz im Raum

                                   den Bits und Bytes, man fast es kaum,

                                   fehlt nur der Duft dem Schreibeklat,

                                   nehmt meinen Willen für die Tat!

     

                                   Statt Eau des Was im Schreibgehauf

                                   nimmt meine Botschaft ihren Lauf!

                                   Vom Kasten braucht ihr nichts zu holen,

                                   der Postmann spart des Schusters Sohlen


                                    Selbst Tintenbläue könnt ihr sparen

                                    wo sich RAM und Fritzcard paaren

                                    und wieselflinke Cluster blitzen

                                    weil sie mit Gedanken flitzen


                                    Ich stell mir vor - der alte Goethe

                                     könnt so wie ich die Cyberflöte

                                     und schrieb so manche Liebeszeile

                                     mit IBM in Windeseile

 

                                     So, ihr Leute - noch ein Gruß,

                                     ein letzter Satz und dann ist Schluss

                                     für heut, so bleibet mir

                                     gesund erhalten..


                                                                   Kasimir



Anmerkung von Reliwette:

ein ganz lieber Gruß, meine liebe Seelenfreundin. Hast du  Post von mir erhalten?
Ich drücke dich ganz lieb und wünsche dirn schöne Ideen für deinen neuen Roman!
Dein Reli

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Kommentare zu diesem Text


 Saira (03.05.26, 07:18)
Moin Reli,
 
dein Text lässt Bits tanzen, der Postbote chillt und sogar Kasimir Malewitsch würde sein Schwarzes Quadrat gegen dein weißes Papier tauschen. Virtuell genial!
 
Herzliche Grüße
Saira

Kommentar geändert am 03.05.2026 um 08:58 Uhr

 Moppel (03.05.26, 10:23)
ja, Reliwette, manchem mag es als Heilsbote scheinen, die Mails, die SMS, die WhatsAppös. Ich jedoch meine, Papier ist beständiger.
Man kann es verwahren, einrahmen... es bleibt...
lG von M.

 Reliwette meinte dazu am 03.05.26 um 10:32:
Ja, liebe Moppel, mein Beitrag ist wohl eher als Satire zu verstehen, vor allem darin zu erkennen, dass ich Goethe und meine Zauberflöte darin zitiere. Ich nehme das Internet auch nur zum Schreiben, meine alte Schreibmaschine hat viel zu viel Papier verschwendet. Wo soll ich das Zeug einlagern?. Was kann ich meinen Erben zumuten? Ist ist doch eine (satirische) Überlegung. Danke für Deinen Kommentar, liebe Moppel- alles gut und günstig, lol
Hartmut

 Didi.Costaire (03.05.26, 10:25)
Moin Reli,

ich bin beeindruckt, wie man deine Zeilen durch Wechsel vom Hochformat zum Querformat zusammensetzen kann und umgekehrt. Du bist technisch ganz weit vorne!

Schöne Grüße, 
Dirk

 Reliwette antwortete darauf am 03.05.26 um 10:36:
Hallo Didi, was habe ich gemacht? Ich habe den Text abgeschrieben und einfach unter "neuer Text" veröffentlicht. Da war weder ein Quer- noch ein Hochformat. Na ja, das Ganze ist ja auch mehr eine Satire geworden, da passen Zeilenwackler doch gut ins Bild- oder?
Also ehrlich, ich weiß nicht wovon die Rede ist. Hast du den Text lesen können? Dann habe ich alles erreicht! Ha ha!
Lieber Gruß!
Hartmut

 Didi.Costaire schrieb daraufhin am 03.05.26 um 14:12:
Ich habe das Gedicht auf dem Smartphone gelesen und wenn ich es drehe, sind die ansonsten gebrochenen Verse wie von Zauberhand wieder ganz... 🫠

 AchterZwerg (03.05.26, 19:07)
Zur Mahnung

Das Pendeln zwischen Bits und Bytes
und dann die schnöde Langeweile!
Ich wünsch mir eher ein paar Lights,
recht high, in ungereimter Zeile.

 Reliwette äußerte darauf am 03.05.26 um 19:23:
Ooooch, Achte, lass mir doch ein wenig reimen, et macht ooch Spaß. Aber ick kann dir ooch ma ne Tüte voll Prosa gegen Langeweile schicken, ne. Denne hau ick ooch n paar Bolzenraus, ha ha
Feiner Jruß aus Ostfriesland, ne! (Vorort von Berlin)
Hartmut

 AchterZwerg ergänzte dazu am 04.05.26 um 07:18:
Wer selber reimt, dem glaubt man nicht,
und wenn er auch die Wahrheit spricht!  ;)

 Reliwette meinte dazu am 04.05.26 um 13:04:
Liebe Achte, ick habe keenen Ghostschreiba, muste mia vatrauen, wa? Icke kann gar nich so viel lügen wie ick schreiben möchte.
Lass dia ma drücken, vastehste?
Hartmut

 AnneSeltmann (07.05.26, 10:30)
Hallo Reliwette!

Dein Text hat einen herrlich charmanten Zeitgeist — irgendwo zwischen Technikbegeisterung, Augenzwinkern und poetischer Bastelstube. Beim Lesen musste ich mehrmals schmunzeln, weil man spürt, mit welcher Freude hier die damals noch neue digitale Welt bestaunt wird.
Besonders liebenswert finde ich, wie selbstverständlich moderne Begriffe wie „Bits und Bytes“, „RAM“ oder „IBM“ in Reime eingebaut werden. Das hat etwas wunderbar Verspieltes. Der Text wirkt dadurch wie eine kleine Zeitkapsel aus den frühen Tagen des Internets, als E-Mail noch etwas fast Magisches hatte.
Sehr schön ist auch dieser Gegensatz zwischen alter und neuer Welt: kein Papier mehr, keine Briefmarke, kein Postmann — und trotzdem bleibt der eigentliche Wunsch derselbe: Menschen erreichen. Genau das macht den Text für mich so sympathisch. Hinter der Technik steckt etwas sehr Menschliches.
Und die Vorstellung vom „alten Goethe“ mit der „Cyberflöte“ ist einfach köstlich. Diese Mischung aus Humor, Fantasie und leichtem Sprachwitz trägt das Gedicht wunderbar.
Man merkt dem Text an, dass er mit Freude geschrieben wurde — und genau diese Freude springt beim Lesen über.


Liebe Grüße

Anne

 Reliwette meinte dazu am 07.05.26 um 21:53:
Liebe Anne, schön, dass dir mein Text gefallen hat. Er ist ja bereits etwas älter, aber er hat m.E. auch heute noch Gültigkeit. Ja, unsere neue Zeit rast mit uns von einer Neuerung in die nächste. Wohin das alles führen wird, kann ich nur vermuten.
Ich danke dir für deinen Kommentar.
Lieber Gruß!
Hartmut
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