Eins nach dem anderen

Gedicht zum Thema Kultur

von  GastIltis

Manch einer hält es schon für Kunst,
wenn eine Sau am Troge grunzt.
Ein andrer meint, dass sie verkrampft,
weil sie so taktlos um sich mampft.

Der Nächste rügt die Tischmaniern,
sich so mit Schwienschiet zu beschmiern
und sagt nach all dem Rumgeschmatz
viel öfter alte Sau statt Schatz.

Den Eber lässt das alles kalt.
Er ist zur Eichelmast im Wald
und geht dann mit dem Korkenziehr
den Weg zu ihr vom Ich zum Wir.


Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: AZU20, Didi.Costaire, EkkehartMittelberg, Graeculus, Hilde, LottaManguetti, niemand, Sätzer, TassoTuwas, wa Bash.
Lieblingstext von: LottaManguetti.
Vielen herzlichen Dank!

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text

LottaManguetti (59)
(12.04.18)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Liebe Lotta, ich hätte Wetten abgeschlossen, dass du sofort anspringst. Und sie gewonnen.
Ja, AZSZ wäre auch sehr gut gewesen. Apropos Heimweh: In Kalbe/Milde gab es von 1943-45 den Längstwellensender Goliath zur Ortung von U-Booten, der jetzt immer noch bei Nishni Nowgorod in Betrieb ist, aber unsere Leitungen sind doch deutlich kürzer. Zum Glück. Danke und liebe Grüße von Gil.
Marjanna (68) antwortete darauf am 12.04.18:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 GastIltis schrieb daraufhin am 13.04.18:
Hallo Marjo,
Münchner Intelligenzblatt 1783, S.43
In der Hofmarkt Haarbach, Pfleggerichts Vilshofen, wurde am 21. Christmonats verfloßnen Jahres eine trächtige Kuh geschlachtet.
...
Das übrige wich von der gewöhnlichen Gestalt eines Kalbs nicht ab, nur die vordern Füße waren mit einer Haut, wie die Gänsfüße umgeben, und glichen noch unreifen Hundspfotten.
Ansonsten:
hundsföttchen heiszt bei den buchbindern eine kleine umbeugung an beiden enden des rückens von pergamentbänden. Jacobsson
Danke für die Ergänzung und liebe Grüße von Gil.

 EkkehartMittelberg (12.04.18)
Das Wir-Gefühl von alten Säuen zeigt, dass auch sie nicht gern alleine sind.
LG
Ekki

 AZU20 äußerte darauf am 12.04.18:
Woher weißt Du das? LG

 EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 12.04.18:
"und geht dann mit dem Korkenziehr
den Weg zu ihr vom Ich zum Wir."

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Lieber Ekki, lieber Armin, danke als erstes. Man kann solch einer Anrede „du alte Sau, du!“ bei passender Gelegenheit durchaus etwas Anheimelndes abgewinnen. Insofern ist, Armin, deine gespielte Naivität mehr als passend. Ebenso, wie Ekkis Antwort schon dem Niveau der Logik ostjüdischer Witze gleichkommt. War mir ein Vergnügen. LG an euch von Gil.

 Didi.Costaire (12.04.18)
So'n Schweinkram, Mensch, da mecker ich
nicht über Sau noch Eckerich.

Schöne Grüße, Dirk

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Hallo Dirk, Gereimtes, das mir Neues bietet. Der Begriff Eckerich ist mir bisher fremd gewesen. Danke für diese Bereicherung. Übrigens habe ich noch erlebt, dass Schweine durchs Dorf getríeben worden sind. Und ich meine mich zu erinnern, dass sie ordnungsgemäß vom Weg in ihre Heimatställe abgebogen sind. Viele Grüße von Gil.

 Habakuk (12.04.18)
ach, lass uns brunzen, lass uns sch...,
wir ham ja sonst nicht viel zum gleißen,
denn der ein wahrer künstler ist,
selbst wenn er in die hose p...

Ich überlege gerade krampfhaft, was du mit Korkenziehr meinst.

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Hallo hbq, ich staune, dass du bzw. dein Kommentar, ob er vielleicht so oder anders hätte ausfallen mögen, über diesen Text hinaus Erwähnung gefunden hat. Sei es drum. Deine unverkrampften Überlegungen haben die interessierten Damen schon klären können, ohne dass ich eingreifen muss, und ansonsten stellt sich natürgemäß auch die Frage, ob man bei der von dir letztgenannten Tätigkeit vielleicht lieber etwas weniger Mildes getrunken haben sollte, um das genannte Kleidungsstück so zu gestalten, als sei es von Schrotkugeln durchsiebt worden. Im entsprechenden Bereich. Was bleibt mir noch? Danke + LG von Gil.
Graeculus (69)
(12.04.18)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Danke Graecu, das ist der Vorteil, wenn man ein wenig auf das Reimen fixiert ist. Das, was du in logisches Denken investierst, gestützt natürlich durch deine enorme Belesenheit, fällt mir gelegentlich durch die Möglichkeiten der Gleichklänge zu. Viele liebe Grüße von Gil.

 TassoTuwas (12.04.18)
Hallo Gasti,
ein wunderbarer Text der uns das Verhältnis Mensch/Tier in besonderer Weise liebenswürdig nahe bringt.

"Uns zeigt das Wir-Gefühl von alten Säuen
dass sie sich nicht zu menscheln scheuen"

In diesem Sinn herzliche Grüße
TT

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Lieber Tasso, das hast du sehr freundlich geschrieben. Und mit einem sehr gut passenden Zweizeiler geschmückt. Vielen Dank + noch mehr Grüße von Gil.
9miles (53)
(12.04.18)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Hallo 9miles, in zwei Absätzen holst du unheimlich weit aus, dass man annehmen könnte, du wolltest beiläufig ein paar Sterne mit vom Himmel wischen, hast du aber nicht vor, willst dagegen auf etwas hinweisen, von dem du offenbar selbst nicht weißt, was die Zerlegung eines völlig irrelevanten Namens, teils mit und dann ohne Anführungsstriche, zu bedeuten hat oder worauf es hinweisen könnte, wenn nicht der überraschende Seitenhieb in die philosophische Richtung wäre, dessen Orientierungslosigkeit selbst Begriffe wie Gefüge, Betrachtung oder Sein nicht zu ordnen vermögen, was mich aber nicht überrascht, da du offenbar über jemand, dem du eine Rolle zumutest, die er nicht vorhat zu übernehmen oder auch nur sich Gedanken darüber zu machen, sie übernehmen zu können, kurzum: ich kann aus deinen Zeilen gar nicht recht erkennen, mit welchem Text sie sich befassen. Sollte es „Mein Ich im All“ sein, muss ich dir leider mitteilen, dass du zu spät kommst, falls es der Text „da möchte ich schweben“ sein, bist du um einiges zu früh. Und das ist natürlich jammerschade. Denn Mühe hast du dir gegeben. Und das finde ich schon mal gut. Sei auf einer deiner Meilen gegrüßt von Gil.

 princess (12.04.18)
Lieber Gil,

besonders gefällt mir, dass der Eber sich in Abgrenzung zur vorherrschenden menschlichen Einschätzung über Mitglieder der Familie der Suidae durch hervorragende Umgangsformen auszeichnet und sich mit einer gepflegten Flasche Wein samt Öffnungsutensil auf
den Weg zu ihr vom Ich zum Wir
macht. Das hat Stil!

Liebe Grüße
Ira
LottaManguetti (59) meinte dazu am 12.04.18:
Diese Antwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 princess meinte dazu am 12.04.18:
:-)

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Liebe Ira, Wortneuschöpfungen haben immer etwas für sich. Der Begriff „Öffnungsutensil“ etwas Außerordentliches. Das kringelt sich bis in die letzten Hirnwindungen. Überhaupt ist dein Satz schon gehobenste Klasse, also einer Prinzessin würdig! Verbindlichsten Dank und liebe Grüße von Gil.

Liebe Lotta, danke für den Vierzeiler. Erwas Wehmut empfinde ich schon, war er (der Eber) doch für nicht nur eine wohlgenährte Angemessene zuständig und wird nach Teil zwei deiner Zeilen sicher fehlen ...
Nochmals danke.

Antwort geändert am 13.04.2018 um 15:43 Uhr
Hilde (62)
(12.04.18)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 GastIltis meinte dazu am 12.04.18:
Liebe Hilde,
was mag man nicht, das etwas darstellt und entrückt.
Und nicht so sehr auf Sicht und Etikette schielt.
Es ist das Maß, in dem das Naturell sich ausdrückt,
und kaum der Zufall, der uns in die Karten spielt.
Danke + ganz LG von Gil.

Antwort geändert am 13.04.2018 um 16:03 Uhr
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram