Beginnender Evangelikalismus oder die Rückkehr zu urchristlicher Dynamik

Essay zum Thema Vergangenheitsbewältigung

von  Bluebird

Illustration zum Text
(von Bluebird)
Wurde in den englischen Kolonien Nordamerikas hauptsächlich puritanisch und auch ein wenig katholisch geglaubt, so sollte sich das Mitte des 18. Jahrhunderts radikal ändern. Denn plötzlich begannen Prediger wie Jonathan Edwards und George Whitefield leidenschaftlich - gerne auch unter freiem Himmel - die Notwendigkeit von Buße, Bekehrung und Erlösung zu predigen.
    Es war der Beginn von Massenevangelisationen im Stile späterer Billy Graham-Veranstaltungen, in denen sich viele Tausende zum christlichen Glauben bekehrten. Diese Phase dauerte etwa von 1730 bis 1750 und ist als „First Great Awakening“ (Erste große Erweckung) in die Gechichtsbücher eingegangen.

Die Menschen, die sich der Bewegung anschlossen, erfuhren neue Formen der Religiosität. Während die Gläubigen bis dahin ohne enge persönliche Betroffenheit dem intellektuellen religiösen Diskurs gefolgt waren, wurde ihr religiöses Erleben im Great Awakening leidenschaftlich und emotional. ...
    Das Great Awakening führte dazu, dass die Gläubigen „Gott auf ihre eigene Art erlebten“, und lehrte sie, dass sie für ihre Handlungen verantwortlich seien. In dem Maße, in dem die Bedeutung von Ritus und Zeremonie zurückgedrängt wurde, wurde Religion für den durchschnittlichen Gläubigen zu einer stark persönlichen Erfahrung, die von tiefem Bewusstsein von geistlicher Schuld und Buße, Introspektion und dem entschiedenen Willen geprägt war, einem neuen Standard der persönlichen Moral zu folgen. (Wikipedia)
Diese zitierten Zeilen mögen einen Eindruck von der Leidenschaftlichkeit und innewohnenden Dynamik dieser neuen Glaubensform vermitteln. Es war, wenn man so will, die Geburtsstunde des heutzutage weltweit verbreiteten Evangelikalismus. Er sprach alle Bevölkerungsschichten an, insbesondere aber auch junge Leute, die nicht nur fromme Regeln befolgen, sondern etwas (mit Gott) erleben wollten.

Gedankenimpuls:
Auch wenn im Überschwang der Gefühle manches auch falsch laufen kann, so war der Grundgedanke auf jeden Fall der "Großen Erweckung" richtig.
    Die ganze Bibel zeugt davon, dass man etwas mit Gott erleben kann. Das ein gläubiger Mensch mit dem Wirken Gottes, Zeichen und auch Wundern rechnen darf.
  In gewisser Weise setzte hier im 18. Jahrhundert in Nordamerika wieder die in der Apostelgeschichte beschriebene Dynamik ein.

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