Es sind des Sommers Blüten

Gedicht zum Thema Melancholie

von  GastIltis

nach Motiven eines Gedichtes

von Gottfried Benn


Es sind des Sommers Blüten, die im Herzen wohnen.

Dabei ist draußen alles neblig, öd und kalt.

Ein Wort für meine kranke Seele kann sich lohnen.

Ich bin so einsam wie ein toter Stamm im Wald.


Sag, rotes Sommerblütenherz, wenn es die gelben …

und ringsum alles grau ist - ach, es tut mir leid …

die Wolken - waren sie nicht ganz genau dieselben,

verblassten, welkten sie dahin von Zeit zu Zeit?


Nur nicht die Bäume, nein, sie kann ich gar nicht sehen.

Und doch: im Lenz begehren sie ihr frisches Grün.

Ich will den oft begangnen Weg heut Abend gehen,

ein Hoffnungsschimmer soll aus Trauer neu erblühn …




Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: franky, Jo-W., Tula, Trekan Belluvitch, AlmaMarieSchneider, AZU20, indikatrix, plotzn.
Viel mehr geht nicht!

Kommentare zu diesem Text


 Jo-W. (26.01.22, 10:30)
wunderschöne melancholische Zeilen,mein lieber Freund-ich denke an einen Spaziergang im Wald vor einigen Jahren-fühlte mich sehr melancholisch und traf auf eine alten Baumstumpf,er wirkte tot, bis ich beim genaueren Wahrnehmen all die kleinen Lebewesen entdeckte und  ein Art Geschwulst,das viele bunte Farben angenommen hatte-ich schrieb dann folgende Zeilen:

stubben

abgeschlagen
entkrustet
übriggeblieben
doch voller geheimnisse
in den rissen und spalten
bis hin
 zur ewigen blüte

-schön ,daß du mich mitgenommen hast auf deinem hoffnungsvollen Spatziergang-einen lieben Gruß-dein Freund Jo

 GastIltis meinte dazu am 26.01.22 um 12:34:
Lieber Jo,
das ist ein Text, den ich am 17.12.15 schon einmal eingestellt hatte. Damals trieben ja die Sockenpuppen ihr Unwesen und hatten es u.a. auf mich abgesehen. Gut. Jetzt haben wir andere Zeiten. Dass ich dich einfangen und mitnehmen konnte, freut mich ganz besonders. Und dass du so schöne Zeilen als Pfand dagelassen hast, umso mehr.
Ich glaube, dass wir noch viele vertiefende Zeilen für uns finden können. Für uns und das Leben.

Herzlich grüßt dich dein Freund Gil.

 Tula (26.01.22, 12:09)
Moin Gil
Sehr schön. Inhaltlich vielleicht die Astern, vielleicht auch andere. Den Bezug zu Benn muss man aber nicht anführen, schon weil er ausgesprochen lose ist. Das hier verarbeitete ist doch auch ein "ewiges Thema", wie Natur schlechthin, Liebe usw.

LG
Tula

 GastIltis antwortete darauf am 26.01.22 um 12:44:
Danke Tula,
das mit den Astern wird wohl stimmen. Weißt du, gestern habe ich noch neben den Farben versucht, den Bezug, den ich glaubte „in dem oft begangnen Weg“ zu finden, herzustellen, was mir leider nicht gelungen ist, obwohl ich mich mit der Eingabe der Zeile schon dicht vor dem Ziel wähnte. Aber es wird mir schon noch einfallen.
Sei herzlich gegrüßt von Gil.

 TrekanBelluvitsh (26.01.22, 12:54)
Schön.

Aber "Draußen ist alles neblig, blöd und kalt" hätte auch gepasst.


Misanthropische Grüße
von einem, der sich im Augenblock echt zurückhält.

 GastIltis schrieb daraufhin am 26.01.22 um 14:32:
Danke Trekan,
das mit dem „blöd“ stimmt nur bedingt. Da nehme ich mal das Draußen bewusst aus. Ansonsten ist bei Misanthropen Zurückhaltung immer angebracht, bei dir mindestens bis Freitag.
Sei bis dahin herzlich gegrüßt von Gil.
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