Fluss, ach Fluss

Gedicht zum Thema Leben

von  GastIltis

Fluss, ach Fluss, was nützt dein Fließen,

endest schließlich doch im Meer.

Und die Regentropfen gießen

Bäche, Ströme hinterher.


Treiben langsam werdend nieder,

um sich wirbelnd zu vereinen.

Einen wirbelnd hin und wieder

sich mit Tränen, die wir weinen.


Ach, im Fluss liegt alles Leben,

liegt die Liebe und das Leid.

Ist ein ständig Nehmen, Geben,

und - ein Abschiedsgruß der Zeit.




Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: Didi.Costaire, Jo-W., Tula, TrekanBelluvitch, EkkehartMittelberg, Thal, TassoTuwas, indikatrix, tulpenrot, AlmaMarieSchneider.
Endet nie!

Kommentare zu diesem Text


 TassoTuwas (24.01.22, 10:32)
Lieber Gasti,
ganz großen Dank, denn mit diesem Gedicht ermöglichst du mir einen selbstgefälligen Start in die neue Woche.
"Panta Rhei", sei ehrlich, das hast du nicht bei mir vermutet!
Gefällt mir sehr.
Herzliche Grüße TT

 GastIltis meinte dazu am 24.01.22 um 11:30:
Lieber Tasso,
was heißt denn vermutet? Fest eingeplant! Wer so sicher wie du die Hesseschen Stufen bis zu Rilkes Panther zu erklimmen in der Lage ist wie du, den muss man in seine Betrachtungen fest einbeziehen! Gelungen ist dafür ein viel zu schwacher Begriff! Herzlichen Dank und starte einfach weiter durch.
Viele Grüße von Gil.

 TassoTuwas antwortete darauf am 24.01.22 um 12:47:
Ja, Schmusekätzchen ist ein anderes aber vertrautes Terrain.
Das will ich an dieser Stelle nicht vertiefen!

 plotzn schrieb daraufhin am 24.01.22 um 20:46:
Stimmt, Tasso, panta rhei. War das nicht von diesem Hippokrit? Jedenfalls irgendso einem Flussexperten.

Gil, was ist der Sinn des Fließens,
hat es überhaupt 'nen Sinn?
Wär's nicht besser, wir genießen's
ohne Grübeln, ohnehin

fließt das Wasser mit Begründung
ganz genau wie ohne sie,
von der Quelle bis zur Mündung,
außer bei ner Havarie.

Seichte Stellen, Wasserfälle
und nur eines wär fatal:
Hat dein Strom nicht eine Schnelle,
ist dein Leben ein Kanal.


Winkende Grüße aus dem Schlauchboot!
Stefan

 GastIltis äußerte darauf am 24.01.22 um 21:35:
Mein lieber Stefan,
warum ich mich als ... (lasse ich offen, um mich nicht wieder mit Vorwürfen von Indiskre... zu schwer, auseinandersetzen zu müssen) mit einem Laien im Schlauchboot, Achtung Stichlinge!, beschäftige, entnimmst du bitte dem letzten Satz des nachfolgenden verunglückten Zwölfzeilers:

Nein, der Sinn besteht aus Zahlen,
sagt man, wenns ans Zahlen geht:
„Bist du flüssig, widersteht
dein Pegelstand? Und Qualen

peinigen dir den Verstand?
Meistens, falls nicht Köpfe rollen,
nicht der eigne, nur die vollen,
rettet man sich noch an Land.

Alles fließt, sofern es flüssig,
nur das Thixotrope schwer,
(Frage: wo kriegt man das her?),
ach, es wird mir überdrüssig!

Wenn ich das jetzt noch in Richtung KV kopiert bekomme, setze ich mich für heute zur Ruhe.
Danke und sei gegrüßt von Gil.

PS: Hat nicht funktioniert, was ich nicht begreife, aber auch nicht muss.

 plotzn ergänzte dazu am 25.01.22 um 15:15:
Thixotrope? Thixo... watt?
Matschig, schleimig, glitschig-glatt?
Nur wer Würmer sucht und gründelt
kriegt den Durchblick so gebündelt,
dass ein Auge wie Zyklopen
sie erblickt, die Thixo... dingens.

Antwort geändert am 26.01.2022 um 18:07 Uhr

 GastIltis meinte dazu am 25.01.22 um 16:20:
Nix gegründelt, nix gebündelt, nix gewindelt, nix gefindelt!
Alles nur von dir erfunden, alles nur von dir erschwindelt!
Und warum, Zyklopenspäher? Kommst du jetzt der Wahrheit näher?
Kaum, Herr Wissenschaftskollege: Falscher Ansatz, falsche Wege.
Drum mein Rat, es wird schon glücken: noch einmal die Schulbank drücken!

 plotzn meinte dazu am 26.01.22 um 18:11:
Nur ganz kurz: Ich hab gedrückt,
doch die Bank ist nicht verrückt.
Worauf drückt man da genau?
Mensch, mein Daumen ist schon blau.
Toller Rat! Ich las es sein,
brech nicht mehr in Schulen ein…

 GastIltis meinte dazu am 26.01.22 um 18:54:
Gut. Ich las jetzt unverdrossen.
Ich befas mich nicht mehr. Aus! Geschlossen!

 EkkehartMittelberg (24.01.22, 20:25)
Hallo Gil,
"Alles fließt"
würde Heraklit heute noch leben, er würde sich bestimmt über dein Gedicht freuen.
Herzliche Grüße
Ekki

 GastIltis meinte dazu am 24.01.22 um 21:47:
Lieber Ekki,
auf dich ist Verlass, auch in schweren Momenten. Dass mich plotzn mit Hippokrit auf den Arm nehmen wollte, (der Schlingel, was ihn wohl geritten hatte?), hast du zum Glück richtig gestellt. Tasso hatte dazu gut vorgearbeitet. Man muss schon höllisch aufpassen. Ich sage nur: Elf Semester, und dann sowas!
Danke und sei vielmals freundlich (!) gegrüßt von Gil.

 TrekanBelluvitsh (24.01.22, 21:20)
In der Winterzeit kann der Fluss aber auch zum Stillstand kommen und üblen Gesellen wie z.B. Eisreitern als Einfallstor dienen. Aber das ist - wortwörtlich - eine andere Geschichte.

 GastIltis meinte dazu am 24.01.22 um 21:56:
Lieber Trekan, dass Flüsse ganz und gar zufrieren, ist schon recht selten. Aber es gibt ja auch Wasserfälle, die einfrieren, was rein optisch sicher sehr eindrucksvoll ist. Aber dass Flüsse Eisreiter tragen, ist schon bemerkenswert. Insofern finde ich schon eigenartig, wenn unsere Medien über mögliche Einsätze in oder um die Ukraine faseln. Da wissen Leute überhaupt nicht, wovon sie eigentlich sprechen. In Russland sind bisher alle gescheitert.

Danke und viele Grüße von Gil.

 Jo-W. (24.01.22, 22:13)
schöne Gedanken,lieber Gil-mich begleitet er auch immer wieder ,beruhigt mich ,gibt mir Raum zum Träumen,Leben-einen Gruß zum späten Abend-Freund Jo

 GastIltis meinte dazu am 25.01.22 um 11:37:
Hallo Jo, mein lieber Freund.
Ja, es freut mich immer wieder, wenn ich deinen Nerv treffen kann. Was, wenn man sich auf ähnlichen Wellen bewegt, sicher nicht allzu schwierig ist. Aber ich schreibe ja nicht „nur“ für dich. Schade eigentlich.
Sei herzlich gegrüßt von Gil.

 Didi.Costaire (25.01.22, 10:57)
Am Fluss sitzt Gil, der Worte angelt
und sie versiert zum Fließen bringt,
worauf sich mancher lang dran hangelt
und den Poeten grüßend winkt.

Liebe Grüße,
Dirk

 GastIltis meinte dazu am 25.01.22 um 11:49:
Lieber Dirk,

du Meister bringst manch Wort zum Sprudeln,
denn fließen lässt's der letzte Barsch.
Das Laienhafte klingt wie Hudeln
und jeder denkt, lass mich in Ruh!

Mein Dank gilt dem großen Meister Dirk.
Herzlich Gil.
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