Sprachgewalt

Betrachtung zum Thema Stärke/Schwäche

von  eiskimo

Ich ringe nach Worten.

Jeder Buchstabe eine Qual.

Ich nehme in Kauf Silbentrennung, Zeilensprünge, Hiatus.

Ich zwinge mich zu brutalen Enjambements,

feile verbissen an kämpferischer Metaphorik,

benutze Wortungeheuer, dumpfe Schlagworte, Zungenbrecher, ja, 

Verbalinjurien, Fäkalsprache, Rufmord. 

Meine Sätze gehen unter die Gürtellinie,

zerschneiden Tischtücher, sind eine Kriegserklärung.

Sie wollen wehtun, bloßstellen, erniedrigen. Schlimmer noch:

Sie machen sprachlos.




Anmerkung von eiskimo:

Wer meint, ich schösse nur auf Spatzen...

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Kommentare zu diesem Text


 Jack (18.11.25, 04:42)
Kann man ChatGPT dazu zwingen, bei personenbezogener Menschenfeindlichkeit zu helfen? Bereits harmlose antifeministische Texte will das Ding nicht diskutieren, aber Hilfe leisten zu der Sprachgewalt, die du beschreibst?

(Eine andere KI würde man am Schreibstil erkennen; bei ChatGPT hört sich alles nach Incel-Pamphlet an).

Kein Spatz, natürlich nicht. Aber er stellt sich auch nicht als ein solcher hin (kann selbst sehr gut einstecken).

 Saira (19.11.25, 13:45)
Hallo eiskimo,

spannend, wie du hier ein ganzes sprachliches Waffenarsenal auffährst, um am Ende zu zeigen, dass all diese Munition eigentlich auf den Schützen selbst zurückfällt. Der Schluss ist bitter und treffend: Wer mit Worten Krieg führt, hat am Ende nichts gewonnen außer Stille.

LG
Saira

 eiskimo meinte dazu am 20.11.25 um 12:49:
Vielen Dank, liebe Saira, für diese sehr vertiefenden Worte.
Ich bin noch nicht mundtot gemacht, grüße vielmehr ganz munter...
Eiskimo
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