Im Schweben

Gedicht zum Thema Loslassen

von  Saira

Ich lasse mich von Wolken tragen,
als wär mir jemand still so nah,
kein Wort will ich dem Wind noch sagen,
nur fühlen, was ich niemals sah.

 

Ich taste Horizonte leise,
leg mich vertrauend in den Raum,
als führ mich eine fremde Weise
durch diesen sanften Himmelstraum.

 

Ich gleite auf den Atemweiten,
wo Wind kein Ziel und Richtung kennt,
vergesse Zeit und alle Seiten,
die Welt, die mich noch Erdling nennt.

 

Doch sinkt mein Denken erdenschwer,

dann dunkelt sich der Himmelsgrund,

und unten gähnt die Tiefe leer,

ich trinke Nacht aus fremdem Mund.

 

Dann hebt mich lautlos neues Schweben,

mein Herz wagt kühn, sich loszusagen,

ich lerne neu, im Licht zu leben,

und Hoffnung heimwärts hinzutragen.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (08.01.26, 18:02)
und unten gähnt die Tiefe leer,
ich trinke Nacht aus fremdem Mund.
Ganz wunderbar, liebe Sigi.


Von Depressionen bin ich selber bislang verschont geblieben (habe dafür andere "Macken), stelle mir jene aber furchtbar belastend vor.
Ich kenne derlei aus nächster Nähe; so viele Menschen sind davon betroffen. Zuweilen wohl auch Tiere.

Wilma wird das hoffentlich nicht passieren!
Ich wünsche euch 2en jedenfalls ein gückliches 2026!  <3 <3

 Moppel (08.01.26, 18:34)
einfach nur schlne Poesie, Saira. Hoffnung, ja, das brauchen wir alle...
lG von M.

 Didi.Costaire (08.01.26, 19:35)
Moin Sigi,

das ist mal ein Schwebezustand mit vielen positiven Seiten. Schön beschrieben!

Liebe Grüße,
Dirk

 DanceWith1Life (09.01.26, 12:45)
Jeder Atemzug unserer Kindheit war voll von dieser Hoffnung, natürlich nur wenn man mit dem Notwendigsten versorgt und nicht in einem Kriegsgebiet lebte. Und dann kam de Litanei, Gutes Neues
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