Obdachlos

Gedicht zum Thema Ausweglosigkeit/ Dilemma

von  EkkehartMittelberg

Wenn eisige Winde durch die Gassen fegen,

Kann sich kein Obdachloser auf die Straße legen.

Die Plätze über Heizungsschächten sind begehrt,

der Mangel hat beheiztes Nachtasyl verwehrt.

Auch am Tage kann er leicht erfrieren,

sucht nach Schutz für Füße und die Nieren.

Kann er Dauerkarten für den Bus bezahlen,

bewahrt er ihn vor schlimmen Qualen.

Am Abend bietet Kirche warmes Essen

und die Not ist kurzfristig vergessen.

Doch wenn die Schlafplätze bereits vergeben,

kämpft er wieder um das Überleben.

Er denkt, ein mittelschweres Ding zu drehen,

um dem Problem in Zukunft zu entgehen.

Im Knast sind die Zellen beheizt

und mit guter Nahrung wird nicht gegeizt.



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Kommentare zu diesem Text


 Regina (26.01.26, 11:39)
Ich habe gehört, dass dies in der Tat eine Strategie mancher älterer Obdachloser sei, gerade so viel anzustellen, dass sie über den Winter in den Knast kommen.

 niemand meinte dazu am 26.01.26 um 11:57:
Ich will mich nicht aus dem Fenster lehnen, aber bei uns betont die Stadtverwaltung immer, dass es genügend Schutzräume, welcher Art auch immer, gibt, nur annehmen müsste es so mancher wollen. Und da scheint mir der wunde Punkt zu sein. Zwingen kann man keinen dazu. Und das mit dem "in den Knast flüchten" scheint mir auch ein wenig ein Film-Klisches zu sein. Außerdem besteht das Knastessen nicht, wie früher aus "Brei" sonder ist ein normales Essen. Streetworker,  früher Sozialarbeiter genannt, gibt es auch nicht wenige. Doch muss alles auf Gegenseitigkeit beruhen, denn wie ich schon sagte, zwingen kann man keinen, auch nicht zur Hilfe,
oder Selbsthilfe etc. LG niemand

 EkkehartMittelberg antwortete darauf am 26.01.26 um 12:16:
Merci, Gina, diese Strategie ist kein Witz.
Lg
Ekki

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 26.01.26 um 12:28:
Hallo Irene,
mag sein, dass einzelne Städte besser vorgesorgt haben. Mag auch sein, dass einzelne Obdachlose angebotene Hilfen nicht nutzen. Aber nach meinen Informationen (ein Streetworker gehört auch dazu) sind die Hilfen bei Kältewellen begrenzt, vor allem ein Nachtasyl für mehrere Tage.
LG
Ekki

 harzgebirgler (26.01.26, 13:43)
Hallo Ekki,

Die KI sagt:

"Anfang 2024 waren in Deutschland über 530.000 Menschen wohnungslos, wovon ca. 47.000 bis 50.000 direkt auf der Straße lebten (obdachlos). Die Hauptgründe für den Verlust der Wohnung sind Mietschulden, Trennung/Scheidung, Konflikte im Wohnumfeld, Arbeitslosigkeit oder Ortswechsel. Besonders betroffen sind Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft."

Das ist schon sehr erschreckent
und auch mitleiderweckend.
denn obdachloses 'Leben'
sollt's hierzuland nicht geben.

Herzliche Grüße
Henning
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