Die Henne Biegi legte gestern auf der Hallig,
ein Ei, das nicht besonders Ostern knallig war.
Es sah nicht anders aus, als andre Hühner-Eier,
von Hühnerhöfen Schulte, Krause, oder Maier.
Den Insel-Schafen wollt das Ding auch nicht gefallen,
sie blökten: Auf, zum kollektiven Ei-Bemalen!
Da kam des Wegs ein alter Gockel und er sprach:
So ohne Farbe wirkt solch Ei tatsächlich schwach!
Kaum holt der alte Gockel Farbe raus und Pinsel,
ging das Verschönern los auf Biegis Eier-Insel.
Man klatschte Farbe drunter, drüber und man strich
solange, bis das schnöde Weiß des Eichens wich.
Man wollte Kunst und ließ deshalb sich auch nicht lumpen-
als Krönung klebte man aufs Ei paar Köttel-Klumpen.
Sogar die Schafe waren von dem Werk begeistert -
der Oberhammel blökte: „Määääh, wir hams gemeistert!“
Es stand, am Ende der Aktion, dann Folgend fest:
Das Ei als Kunst, verlangt nach Gunst auf dem Podest!
Nun steht es da und wer gern will, der kann es schauen,
alleine Biegi hat zum Standort kaum Vertrauen.
Sie sorgt sich ums Elaborat in mancher Stund
und fragt sich: „Hat mein Eichen auch nen weichen Grund?“
Doch keine Sorge, Biegi, sag ich, denn hier gilt’s:
Wenn Käse sicher steht, dann ganz bestimmt auf Filz!