Früher, da war Telefonieren teuer. Da musste man sich kurz fassen und vorher schon gut überlegen, was man denn nach 18 Uhr Wichtiges mitzuteilen hatte. Und ob überhaupt. Die meisten beherrschten ja auch noch die Kunst des Schreibens. Fürs Quatschen „nur so“, da ging man halt zu Fuß ein paar Ecken weiter, man hörte ja noch gut, auch durch den Gartenzaun. Netz, das hatte man fürs Einkaufen, und Guthaben, so was gabs – wenn man Glück hatte – auf dem Sparbuch. War das schön!
Früher, da waren beim Autofahren noch alle Insassen beteiligt: Beim Anschieben der Karre oder Hochstemmen, um den Reifen zu wechseln. Die Fahrer hatten deshalb gern tatkräftige Gesellschaft, und nicht nur so ein plärrendes Alibi-Autoradio. Ach, war das noch schön!
Früher, da war das Mittagessen noch wirklich mittags. Die Kinder hatten sich nicht schon vorher mit Süßem vollgestopft. Alle gierten nach dem Eintopf, von Muttern mit allerlei Resten zerkocht. Und wenn der Vater final gerülpst hatte, wusste man: Mehr kommt nicht. Die Jungens rannten wieder raus, und die Mädchen hatten Spaß beim Spülen. War das schön!
Früher, da sahen die meisten Frauen nur mittelmäßig oder auch mal Scheiße aus. Aber die die merkten das schnell, haben nicht nutzlos Zeit vorm Spiegel vertan, sondern cool ihre anderen Qualitäten entwickelt, um wahrgenommen zu werden. Das war schlau, auch rein volkswirtschaftlich betrachtet. Und die Männer wussten vorab, wo sie dran waren. Mann, war das schön.
Früher, da waren die meisten Kinder zu doof fürs Gymnasium. Das war halt so. Keine Klimmzüge, um doch noch ´ne falsche Empfehlung der Volksschule zu erbetteln. Dafür viel Zeit gewonnen, um die Gören was Praktisches lernen zu lassen – ein solides Handwerk, eine klare Laufbahn vor Augen. Und von wegen bis 28 ´rumstudieren und andern auf der Tasche liegen – in dem Alter fuhren die doofen Handwerker schon den Viertürer Taunus und hatten drei Kinder auf der Rückbank. War das schön…