Zwischen den Dünen

Gedicht zum Thema Natur

von  AnneSeltmann


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Foto © Anne Seltmnann



dort wo der wind
gewöhnlich nur

sand
und salz

verteilt

hat sich etwas rotes
eingemischt

 

als hätte jemand

eine handvoll
sommer

verloren

 

der mohn

steht dort

wo niemand
ihn erwartet

 

zwischen seegras

das von stürmen
erzählt

und den schmalen wegen

der möwen

 

er fragt nicht

ob dieser ort
für ihn gedacht war

 

er blüht

als sei genau hier

sein platz

 

und wenn der wind kommt

neigt er sich

ein wenig

 

aber nicht genug

um zu verschwinden

 

am abend

liegt das rot

noch immer

zwischen den dünen

 

wie ein gedanke

den das meer

nicht forttragen konnte

 



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Kommentare zu diesem Text


 Saira (18.06.26, 11:42)
Liebe Anne,

ich mag diese ruhige Art, mit der du den Mohn nicht zu etwas Besonderem erklärst und ihm doch eine stille Kraft gibst.

Mein Highlight:

er fragt nicht
ob dieser ort
für ihn gedacht war
er blüht
als sei genau hier
sein platz
Darin steckt für mich mehr als Naturbeobachtung. Etwas von Ankommen, ohne erst um Erlaubnis zu bitten.

Und das Schlussbild gefällt mir sehr. Das Rot zwischen den Dünen wirkt tatsächlich wie ein Gedanke oder eine Erinnerung, die sich nicht einfach fortspülen lässt.

Und dann die tolle Aufnahme von dir!

Einfach nur schön  :)

Liebe Grüße
Sigrun
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