Es ist Nacht und ich denke an die Arbeit. An die ewige Plackerei im Baumarkt. An der Zuschneidesäge, solcherlei Tätigkeit im Zuge einer geringfügig entlohnten Beschäftigung und eher unregelmäßig auf spontanen Bedarf des Arbeitgebers.
„Call it Toast? No! Call it Schnitzel.“, oder in meinem Fall: „ Call it wtf? No! Call it: Flexibel.”
Es muss für mich auch etwas anderes geben, etwas, das mich ruhig einschlafen ließe und wofür ich gerne aufstünde, mich einfach mehr ausfüllte und besser leben ließe. Besser Leben? Ja, antwortete ich mir auf meine imaginäre Nachfrage. Besser Leben! Zufriedener, freier, beständiger und mit etwas Wachstum. Wünsche und nichts als Träume resümierte ich. Die perfekte Ergänzung nackter unbefriedigender Tage in Gewand dieser ruhelosen Nächte.
Niemals werde ich wirklich erreichen, was sich andere nur zu gerne einreden. Ich werde stagnieren in der Mitte meines Lebens, mit der Bitte eines irgendwie anderen Lebens, während ich dabei zusehe, wie ich irgendwas undankbar kitte mit dem Speichel für Worte, den ich mir kurz zuvor von Kaffee, Coke und Whiskey geliehen habe.
Wie nehme ich ein Schicksal an, dass mir nicht einmal ehrlich und treu ist? Das immer wieder fort und fern strebt und eigentlich gar nicht bei mir sein mag. Es scheint ein doppelter Verlust: Das Jetzige, das Reale, will nicht, weil es meinte, ich wolle nicht wirklich und der Wunsch und Traum hingegen, will ebenso nicht, weil er meinte, ich wolle nicht hinreichend dafür einstehen. Es ist angebliche Freiheit, eine, die im Grunde noch die Abwesenheit von Freiheit selbst ist; es ist die Täuschung von etwas zu essen, während der Bauch doch leer bleibt. Kurz: Es ist die perfekte Inszenierung um Milliarden von Menschen auf dem Planeten herumlaufen zu lassen, die alle nichts kosten, aber Humankapital für dicke Wale darstellen. Dieses Planktondasein, in der Schwebe der Meeresströmung, die oft in das Maul eines anderen Überwesens führt, ist sehr ermüdend und unergiebig.
Im Folgenden schlafe ich ein. Träume von Walen und ihren Gesängen, von dicken Gaunern, die mir Drogen verabreichen, von Hunden, die mich beißen, von Freunden die nicht freundlich sind und von allerhand anderem.
Morgen früh soll ich eine Schicht im Baumarkt haben. Es wird Samstag nach einem Brückentag sein. Es wird viel zu sägen geben und ich werde wenig zu sagen haben. Letzteres bezüglich der Art und Weise wie mein Leben verlaufen soll. Ich bleibe in der Strömung, die Strömung ist mein neuer Gott. Und er füttert nur zu gerne die Dicken und die Fetten.