Meine Rolle als Mann: Don Juan oder Faust?
Essay
von Quoth
Anmerkung von Quoth:
Diesen Besinnungsaufsatz hätte ich 1957 wohl so geschrieben, wenn mir das Thema damals gestellt worden wäre.
Kommentare zu diesem Text
Sehr schön geschriebener Text, bei dem ich mich scheinbar spontan entscheiden muss, ob ich mich bei meinem Feedback emotional treiben lassen soll oder eher den Überblick behalten möchte. Hmm, mal sehen.
Erstens: Auf ganz ähnliche Weise, wie der Autor hier zu seinen Erfahrungen kommt, muss wohl Hesse die Inspiration für seinen Roman „Narziß und Goldmund“ gefunden haben. Ich sehe hier zumindest Parallelen. Narziß der gelehrte Klostermann und Goldmund der Liebhaber nach allen Regeln der Kunst.
Aber zurück zum eigentlichen Text, denn mir drängt sich etwas auf: Die Frage, ob es edel und ritterlich sei, eine gebrochene Seele aufzurichten und aufzunehmen, wohl im Wissen darum, dass man selbst nicht erste Wahl für die Dame ist, bleibt, was die Antwort betrifft, bei jedem selbst. Wenn es nur nicht so am eigenen Gefühl nagen würde und man den Preisboxer Kolle ja immer irgendwie auch mitversorge, wenn man eine „seiner“ Pflänzchen aufrichte, dann könnte man vielleicht versuchen, diese Frage zu beantworten, aber diese Beziehungskiste und das Spektrum an menschlichen Emotionen macht es m.E. zu einer Unmöglichkeit. Am Ende bleibt so ein Tröster (sofern es sich als solches erkennt) eben das: ein Trostpflaster. Und das klebt, es wird vollgesifft und gehört irgendwie nicht so recht an Ort und Stelle. Auch nicht mit Blümchenmotiv. Am Ende bleibt wohl eher ein armer oder trauriger Ritter zurück, auch wenn es andere anders sehen mögen ... doch reicht diese Gunst anderer? Sie ist in jedem Fall weder Versicherung noch Gewähr für etwas. Das Risiko nichts zu sein und irgendwann vor dem nichts dazustehen bleibt beim vermeintlichen Tröster.
Persönlich gesprochen: In früheren Jahren hätte ich sehr wohl versucht die Dame von „meinem Weg“ zu überzeugen. Hätte dabei Wasser auf die Mühle dieser Dreieckskiste gegossen und wäre verzweifelt, mit anzusehen, wie das betreffende Wasser in den Garten Kolles liefe, während die Blüten jenem Manne prächtig angehörten.
Für mich ist der Text ein Paradestück zum Thema des Auffindens eigener Charakterlichkeit und des Erwachsenwerdens. Also, ein einzigartiger Text, aber in der Art nicht einzig.
LG
Sashca
Erstens: Auf ganz ähnliche Weise, wie der Autor hier zu seinen Erfahrungen kommt, muss wohl Hesse die Inspiration für seinen Roman „Narziß und Goldmund“ gefunden haben. Ich sehe hier zumindest Parallelen. Narziß der gelehrte Klostermann und Goldmund der Liebhaber nach allen Regeln der Kunst.
Aber zurück zum eigentlichen Text, denn mir drängt sich etwas auf: Die Frage, ob es edel und ritterlich sei, eine gebrochene Seele aufzurichten und aufzunehmen, wohl im Wissen darum, dass man selbst nicht erste Wahl für die Dame ist, bleibt, was die Antwort betrifft, bei jedem selbst. Wenn es nur nicht so am eigenen Gefühl nagen würde und man den Preisboxer Kolle ja immer irgendwie auch mitversorge, wenn man eine „seiner“ Pflänzchen aufrichte, dann könnte man vielleicht versuchen, diese Frage zu beantworten, aber diese Beziehungskiste und das Spektrum an menschlichen Emotionen macht es m.E. zu einer Unmöglichkeit. Am Ende bleibt so ein Tröster (sofern es sich als solches erkennt) eben das: ein Trostpflaster. Und das klebt, es wird vollgesifft und gehört irgendwie nicht so recht an Ort und Stelle. Auch nicht mit Blümchenmotiv. Am Ende bleibt wohl eher ein armer oder trauriger Ritter zurück, auch wenn es andere anders sehen mögen ... doch reicht diese Gunst anderer? Sie ist in jedem Fall weder Versicherung noch Gewähr für etwas. Das Risiko nichts zu sein und irgendwann vor dem nichts dazustehen bleibt beim vermeintlichen Tröster.
Persönlich gesprochen: In früheren Jahren hätte ich sehr wohl versucht die Dame von „meinem Weg“ zu überzeugen. Hätte dabei Wasser auf die Mühle dieser Dreieckskiste gegossen und wäre verzweifelt, mit anzusehen, wie das betreffende Wasser in den Garten Kolles liefe, während die Blüten jenem Manne prächtig angehörten.
Für mich ist der Text ein Paradestück zum Thema des Auffindens eigener Charakterlichkeit und des Erwachsenwerdens. Also, ein einzigartiger Text, aber in der Art nicht einzig.
LG
Sashca
Warum diese Doppelentfremdung: erst „als Mann“ und dann noch „Rolle als Mann“?