Die Wüste bewahrt das Morgen

Gedicht zum Thema Mythisch

von  Saira

Die Wüste

kennt

die Namen

aller Winde.

 

Sie spricht sie

nicht aus.

Sie trägt sie

im Schweigen.

 

Die Dünen

wandern,

 

seit Allah

den ersten Sand

der Erde

anvertraute.

 

Kein Sultan

gebot ihnen.

Kein Heer

hielt sie auf.

 

Unter

dem glühenden Himmel

verblassten

Banner,

Lanzen,

Siegel

und Kronen.

 

Nur der Staub

erinnerte sich

an ihre Schritte.

 

Die Karawanen

zogen

 

mit Weihrauch,

Myrrhe,

Safran

und Wasser

durch das Meer

der Steine.

 

Jeder Brunnen

war

ein Versprechen.

 

Jeder Schatten

eine Barmherzigkeit.

 

Die Kriege

kamen

mit ehernen Hörnern.

 

Sie hüllten

die Sonne

in Rauch

und ließen

die Erde

Eisen atmen.

 

Doch selbst

die Schwerter

konnten

den Horizont

nicht verwunden.

 

Denn die Hoffnung

wohnt

nicht

in Palästen.

 

Sie schläft

im Zelt

des Hirten.

 

Sie ruht

in den Händen

der Mutter,

 

die das Brot

teilt,

obwohl

es kaum

für den Abend

genügt.

 

Sie geht

mit dem Kind,

 

das

im Staub

einen Samen

verbirgt,

 

ohne zu wissen,

ob der Himmel

Erbarmen

zeigt.

 

Die Alten

sprachen:

 

Nicht

der Mächtige

verlängert

die Tage

der Welt.

 

Nicht

der Sieger

bewahrt

das Morgen.

 

Selig ist,

wer

nach der Finsternis

die Lampe

von Neuem

entzündet.

 

 

Darum

verneigt sich

der Wind

vor keinem

Thron.

 

Er dient

nur

der Hoffnung.

 

Denn Reiche

sinken

wie Sterne,

deren Licht

erlischt.

 

Doch ein gutes Wort,

gesprochen

zur rechten Stunde,

ist kostbarer

als Edelsteine

aus allen

Schatzkammern

des Orients.

 

Und wenn

die Nacht

ihren schwarzen Mantel

über

die Wüste

legt,

 

bleibt

ein einziges Licht,

 

das

kein Krieg

ersticken kann:

 

die Hoffnung,

 

welche

der Ewige

den Menschen

in das Herz

legte,

 

damit

selbst

die längste

Wanderschaft

niemals

ohne Morgen

bleibe.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026





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