Traumhaft

Gedicht zum Thema Nonsens

von  niemand


Wer schrieb denn das Drehbuch?

Ach, Uta Sanella!

Die Welt ist ein Träumchen,

man leidet nicht Not.


Ein Traummann liebt Traumfrau,

gefüllt sind die Teller -

der Filmstreifen läuft

wie geschnittenes Brot.


Die Kinder aus Anstand

und brav Sein gemeißelt,

die Oma strahlt weise,

der Opa wirkt gut.


Kein Mensch wird

in solcher Idylle gegeißelt,

nicht einer hat Anlass

zum Groll und zur Wut.


Kein Pflänzchen im Garten

neigt hier zum Entarten,

egal wo man hinschaut,

worauf man auch stiert,


die großen, die kleinen,

die weichen, die harten,

sie stehn wie ne Eins,

sprich: Sind voll kaserniert.


Zur Kaffeezeit kommt

Tante Tina aufs Pläuschchen -

die Bohne riecht edel,

die Torte schmeckt süß.


Man könnte, man sollte,

vielleicht mal ein Räuschchen -

Promille am Mittag,

in dem Paradies?


Die Sonne scheint golden

und lind gehn die Winde,

die Landschaft, als ob sie

ein Malender schuf.


Und gösse der Schankwirt

sich was in die Binde,

verlöre er bald

seinen Stand und den Ruf.


Die Alltag vollzieht sich

auf stets gleicher Schiene,

selbst Katze und Hund sind

den Gleichklang gewohnt.


Der Film schmiert voll ab

wie ein Pfund Margarine -

hier sei, zum Verständnis,

„Sanella“ betont.





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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (10.08.26, 17:29)
Ich stell' mir gerade jede einzelne Strophe als 'Standbild' aus einem Film dieses Genres vor. Herrliche Persiflage! Und die Strophe 

Kein Pflänzchen im Garten
neigt hier zum Entarten,
egal wo man hinschaut,
worauf man auch stiert,
lässt bei mir den Wunsch aufkommen, mal wieder eine Art 'Gegendarstellungsfilm' zu gucken, wie bspw. "Die Ferien des Monsieur Hulot" von und mit Jacques Tati. Kennst du bestimmt auch, oder? LG - Vaga

 Moppel (10.08.26, 17:56)
je härter die Welt, desto seichter die Filmchen, Erinnere mal nach dem Krieg; Rühmann , Erhardt und Musikshows. Das Volk muss bei Laune gehalten werden, liebe Irene.
lG von M.
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