Die Unbestechliche

Gedicht zum Thema Gerechtigkeit/ Ungerechtigkeit

von  Saira

Sie kam nicht aus dem Licht der Welt,
nicht aus Gebeten, nicht aus Gnaden.
Wo sich die Macht zum Richter stellt,
bleibt sie mit fremder Schuld beladen.

Ihr schwarzer Schleier deckt die Zeit,
die Welt hat ihre Schuld vergessen.
Ihr Blick durchdringt die Ewigkeit,
kein Gold kann ihre Wahrheit messen.

Die Sonne glüht wie offnes Blut,
der Himmel trägt die alten Wunden.
Zu ihren Füßen reitet Wut,
von falschem Ruhm und Macht gebunden.

Sie sieht den König und den Knecht,
den Mord, der sich als Sieg verkleidet.
Sie kennt den Preis für jedes Recht,
das unter fremden Stiefeln leidet.

Kein Schwur, kein Siegel, kein Gebot
kann ihre stummen Augen blenden.
Sie sieht die Wahrheit hinterm Tod,
das Blut an schuldbefleckten Händen.

Die Reiter ziehen durch das Land,
als wäre alles ihnen eigen.
Doch über ihnen, unverwandt,
steht jene Macht, die sie verschweigen.

Sie hebt kein Schwert. Sie spricht kein Wort.
Sie lässt die Schuld sich selbst erkennen.
Und wer das Recht vertrieb von dort,
wird einst den eignen Namen nennen.

Noch zieht das Heer durch Glut und Sand,
die Macht erhebt sich über allen.
Die Göttin blickt ins weite Land,
vor ihr wird jeder Hochmut fallen.

Und wenn der letzte Thron zerbricht,
wenn selbst die Sieger Staub geworden,
bleibt über allem ihr Gesicht:

Die Wahrheit lässt sich nicht ermorden.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026


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Acryl auf Leinwand, gemalt von Sigrun Al-Badri/ 2008





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Kommentare zu diesem Text


 lugarex (25.10.26, 09:31)
gut!

 Reliwette (25.10.26, 10:08)
Liebe Saira,
jawohl, so ist es recht, die Wahrheit und das Leiden brauchen ein Sprachrohr, ebenso die Unterdrückung.Dein Acrylbild drückt das aus.
Wilde Gesellen auf Pferderücken, die Wüste brennt!

Lieber Gruß! Hartmut
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