Als die Welt noch niemandem gehörte

Gedicht zum Thema Gedanken

von  Saira

Wir meißeln uns in Felsen ein,
als könnten wir dem Tod entgehen,
doch selbst die Berge werden klein
und müssen einst in Trümmern stehen.

 

Der Hochmut baut aus Staub ein Haus,
auf dem Geröll vergangner Siege,
und gibt sich für die Wahrheit aus,
damit die Welt vor ihm sich biege.

 

Die Wahrheit liegt wie Glas im Sand,
verborgen unter alten Fragen,
wir greifen mit der bloßen Hand
und müssen ihre Splitter tragen.

 

Wir suchen Sinn im Labyrinth,
wo sich die Wege endlos winden,
und merken kaum, wie blind wir sind,
wenn wir den letzten Ausgang finden.

 

Was bleibt, wenn unser Werk zerfällt,
wenn selbst die Namen untergehen?
Ein letzter Riss im Bild der Welt,
den fremde Augen niemals sehen.

 

Die Welt wird ohne uns bestehn,
kein Stern wird unser Fehlen spüren,
wir werden aus den Bildern gehn,
die längst ein fremdes Leben führen.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026


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Acryl auf Leinwand, gemalt von Sigrun Al-Badri/ 2014




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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (27.10.26, 19:11)
Liebe Saira,
wir sind die Kinder dieser Welt
und tragen einen Namen,
der für uns bürgt und uns gefällt.
der bleibt auch ohne Rahmen....

Mit liebem Gruß! Reli
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