Der Ruheraum
Kurzprosa zum Thema Geheimnis
von niemand
Kommentare zu diesem Text
Hallo, Irene, ich schreib' mal schnell hier hin, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen nach dem Lesen deines Textes.
Es wäre vorstellbar, dass dieser so genannte 'Ruheraum' - als solcher genutzt in heutiger Zeit - ursprünglich, also vor vielen Jahren, eine andere Funktion hatte - zumal im obersten Stockwerk gelegen (und wenn nicht dort, dann traditionell auch in Kellerräumen).
So gab es also einen solchen Raum z. B. für unmittelbar im Krankenhaus Verstorbene, die darin für eine kurze Übergangszeit beherbergt wurden, um daran anschließend ins rituelle Bestattungs-Prozedere überführt zu werden (so möchte ich's mal nennen).
Während Weihrauch auch heutzutage in Kirchen/Klöstern/Kathedralen, z.B. bei festlichen Anlässen oder Gottesdiensten noch Verwendung findet (und bspw. für mich eher angenehm duftet), ist Myrrhe ein Duft, der eher an 'Einbalsamierung' erinnern könnte und demzufolge in der Mischung mit Weihrauch eine spezielle 'olfaktorische Verbindung' transportiert, die in Spuren für 'immer und ewig' solchen Räumen anhaftet und in denen 'feine Spür-Nasen' sie quasi synästhetisch sogar stärker fühlend wahrnehmen als riechen.
Demzufolge könnte sich auch dieses seltsame beklemmende Gefühl eingestellt haben, das (dich) in diesem Raum gefangennahm und was du selbst zwar irgendwie spürtest, jedoch nicht konkret fassen konntest. Es gibt ja diese Redewendung, gerade, wenn etwas mit Angst verbunden ist: "Ich kann's einfach nicht fassen"! Typisch dafür ist diese Passage
Deine eingeschränkte Mobilität und die damit sicherlich auch zeitweilig sorgevollen Zukunftsgedanken, stützten dieses 'unsichere Gefühl'. Ließen möglicherweise die eigene 'Endlichkeit' fühlen. Vielleicht sogar, in Verbindung Geruch/Gefühl/Vergangenheit, diffuse Sinnesempfindungen und damit verbundene Erfahrungen aus der Kindheit aufkommen, die lange nicht erinnerlich waren.
Wenn du schreibst
ist das ja wiederum ein Gefühl, das sich evtl. nur relativieren bzw. mildern ließe, indem du dich konfrontativ damit auseinandersetztest. Im Falle, wenn sich daraus ein gewisses Vermeidungsverhalten ergäbe, z.B. auf Reisen, die einen Besuch bzw. die Besichtigung sakraler Bauten/Kathedralen mit einbezögen.
LG - Vaga
Es wäre vorstellbar, dass dieser so genannte 'Ruheraum' - als solcher genutzt in heutiger Zeit - ursprünglich, also vor vielen Jahren, eine andere Funktion hatte - zumal im obersten Stockwerk gelegen (und wenn nicht dort, dann traditionell auch in Kellerräumen).
So gab es also einen solchen Raum z. B. für unmittelbar im Krankenhaus Verstorbene, die darin für eine kurze Übergangszeit beherbergt wurden, um daran anschließend ins rituelle Bestattungs-Prozedere überführt zu werden (so möchte ich's mal nennen).
Während Weihrauch auch heutzutage in Kirchen/Klöstern/Kathedralen, z.B. bei festlichen Anlässen oder Gottesdiensten noch Verwendung findet (und bspw. für mich eher angenehm duftet), ist Myrrhe ein Duft, der eher an 'Einbalsamierung' erinnern könnte und demzufolge in der Mischung mit Weihrauch eine spezielle 'olfaktorische Verbindung' transportiert, die in Spuren für 'immer und ewig' solchen Räumen anhaftet und in denen 'feine Spür-Nasen' sie quasi synästhetisch sogar stärker fühlend wahrnehmen als riechen.
Demzufolge könnte sich auch dieses seltsame beklemmende Gefühl eingestellt haben, das (dich) in diesem Raum gefangennahm und was du selbst zwar irgendwie spürtest, jedoch nicht konkret fassen konntest. Es gibt ja diese Redewendung, gerade, wenn etwas mit Angst verbunden ist: "Ich kann's einfach nicht fassen"! Typisch dafür ist diese Passage
In mir sind keine Bilder entstanden, keinerlei Horrorvisionen bemächtigten sich meiner, nur dieses eine Gefühl, es stünde ein kranker Geist hinter mir. Ich konnte die Krankheit spüren, dieses Ungesunde hinter meinem Rollstuhl breitete sich aus und befüllte den gesamten Raum
Wenn du schreibst
Seit dieser Zeit hasse ich den Geruch sakraler Räume.
LG - Vaga
Liebe Vaga, vielleicht kannst Du es Dir nicht vorstellen, aber Dein Kommentar bringt in der Tat Licht in meine Empfindungen, die ich nicht so einordnen konnte und über die ich mir bis jetzt immer wieder den Kopf zerbrochen habe. Ein wunderbarer und kluger Kommentar,
der mir mein Erlebnis ein wenig verständlicher macht. Das was Du schreibst, könnte in der Tat so gewesen sein, mit diesem Raum
und ich werde darüber beim nächsten Betreten eines sakralen Raumes [mein Mann geht gerne Kirchen gucken] mit Deinen Gedanken hereinspazieren. Vielleicht legt sich die Abneigung,
dank eines größeren Verständnisses. Ich danke Dir ganz herzlich
dafür und grüße Dich in Deinen Abend hinein, Irene
der mir mein Erlebnis ein wenig verständlicher macht. Das was Du schreibst, könnte in der Tat so gewesen sein, mit diesem Raum
und ich werde darüber beim nächsten Betreten eines sakralen Raumes [mein Mann geht gerne Kirchen gucken] mit Deinen Gedanken hereinspazieren. Vielleicht legt sich die Abneigung,
dank eines größeren Verständnisses. Ich danke Dir ganz herzlich
dafür und grüße Dich in Deinen Abend hinein, Irene