Haben Sie Kids?

Tagebuch zum Thema Allzu Menschliches

von  tastifix

Haben Sie Kids?

Meine sind nun fast (!) erwachsen ...
Einen Moment mal: Wieso denn ´nur fast`?
Heutzutage ist der Nachwuchs doch mit achtzehn Jahren volljährig, demnach so reif, wie es reifer gar nicht mehr geht. Tja, wie reif er dann ist, möchte ich Ihnen hier gerne einmal schildern.

Ein Nachwuchs, der ohne eine der für Kids typischen Macken heran wüchse, würde tiefe Sorgenfalten auf der Stirn der betroffenen Mutter verursachen. Keine Angst, denn einen solchen gibt es nicht.

Der erwachsene Nachwuchs kultiviert seine Macken und pflegt sie zur übersprudelnden Freude der weiblichen Erziehungsberechtigten (der männliche ist ja die meiste Zeit seines Lebens im Büro und bekommt`s gar nicht mit!) sorgfältig, damit Mama ja nicht auf die Idee kommt, ihre Nerven dürften sich jetzt getrost erholen.

Meine zwei Jüngsten sind da selbstverständlich keine Ausnahme. Sie haben genau den Tick ins angehende Erwachsenalter hinüber gerettet, von dem sie aus langjähriger Erfahrung mit mir wissen, dass jener mich am wirkungsvollsten auf die Palme klettern lässt.

Ich habe nämlich noch ein fünftes Kind ´Ich hab`es nicht!`In schöner Regelmäßigkeit suche ich meine Bürsten, Lippenstifte, Lockenstab und Fön. ´Ich hab es nicht`braucht den unbedingt, denn der eigene ist leider unauffindbar.

Zwillingstochter Nummer Eins (fast 24 J.) grübelt:
"Wo hab`ich meinen bloß gelassen? Kann sein, im Hobbyraum. Nee, ist mir jetzt zu weit. Mama hat doch auch einen ... !"
Dem Grübeln folgt die Tat. Ich bin ja in der Stadt und sie selber zu hause dann nach zehn Minuten hellauf begeistert von ihrer tollen Frisur.

Gegen Abend trudele ich ein, will mir die Haare waschen, suche also meinen Fön.
"Hast Du Dir den geliehen? Ich brauch`ihn."
"Ich hab`ihn nicht!"
Das Wort ´mehr`vergisst sie. Erstaunlicherweise taucht er zwei Tage später wieder auf, allerdings mit falsch herum aufgewickeltem Kabel.

Ihre Zwillingsschwester ist auch nicht ´ohne`. Einige Tage später suche ich verzweifelt nach einem meiner Lieblingsshirts. Ich krempele den gesamten Kleiderwust in meinem Schrank um - nichts. Ich durchsuche alle Wäschekörbe - erst recht nichts.

"Mensch, ausgerechnet heute! Was zieh`ich dann bloß nachher an?"
Im Grübeln bin ich ja mittlerweile Meister. Leider geht mir dabei das geliebte Shirt dennoch nicht aus dem Kopf.

Abends kommt diese Tochter nach Hause und wischt eilig an mir vorbei zu ihrem Zimmer.
"Schick`!", meine ich.

Sie dreht sich kurz zu mir um. Mein Shirt passt ihr wie angegossen.

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