Gedanken

Text zum Thema Leben

von  Ganna

Wir suchen unbewusst nach den Herausforderungen, die uns zur Erlösung führen. Zur Erlösung aber gelangen wir durch das Leid, was wir bestrebt sind zu vermeiden. Somit treffen wir oft Entscheidungen, die entgegen unserer Absicht schmerzhafte Prozesse einleiten. Diese schmerzhaften Prozesse lassen uns jedoch eine innere Wandlung erfahren hin zu Heilung, Vollkommenheit und Zufriedenheit.

Steht eine Herausforderung vor uns, haben wir die Wahl, sie anzunehmen oder uns vor ihr zu verdrücken und so zu tun, als sei alles in Ordnung, als gäbe es diese Herausforderung nicht.
Eine Scheu vor großen Herausforderungen ist verständlich,  denn  sie erschüttern die Fundamente, auf denen wir unser Leben aufgebaut haben, reichen bis tief in unsere Wurzeln hinab und verändern, was uns sicher schien. Sie können unser Leben kräftig durcheinanderrütteln und Angst machen. Wer diese Angst zu überwinden vermag, wird gleichzeitig einen Weg des Widerstands gegen sich selbst gehen müssen, gegen seine Trägheit und sein Bedürfnis nach Anpassung.
Diejenigen erleben einen solchen Weg als Bedrohung, die die eigenen Herausforderungen scheuen, denn sie fühlen sich an eigene Ängste erinnert, von denen sie sich abhalten lassen, ihren Weg zur Erlösung zu gehen.

Wer seine Angst nicht zu überwinden vermag, beginnt sich zu rechtfertigen. Ein solcher Mensch beginnt zu lügen und versteckt sich vielleicht hinter vermeintlichem Recht und Ordnung, um sich nicht für seine Entscheidungen verantwortlich zu zeigen.
Diese Lügen wachsen sich zur Lebenslüge aus. Alle Lügen verlangen mit der Zeit nach Stützen, die sie auf wackeligem Grund halten. Sie müssen mit vielen Argumenten aufrechterhalten, laut verkündet und immer wiederholt werden, um auch den Verkünder selbst überzeugen zu können. Auf diese Weise vergrößern sie sich und gewinnen an Raum. Je mehr Raum sie beanspruchen, umso mehr Energie muss aufgewendet werden, damit sie bestehen bleiben können. Auf Dauer schwächt das den Menschen, die Lüge wird seine Kräfte aufzehren und er wird krank.
Eine Lüge bleibt immer eine Lüge und es ist eine Frage der Zeit, wann sie in sich zusammensinkt und die Wahrheit erkennen lässt.

Beide Wege scheinen mir gleichermaßen schwer, der Weg der Lüge und der Weg der Wahrheit. Doch nur ein Weg führt zu sich selber und macht glücklich.

Kommentare zu diesem Text


 unangepasste (24.07.14)
Die Wege sind auf unterschiedliche Art schwer. Der erste erscheint oft zunächst einfacher, weil es kurzfristig entspannt, der Angst nachzugeben.
Angst denkt nicht. Das ist das Problem dabei. Daher ist manchmal keine Entscheidung für einen Weg möglich. Und dennoch ist keine Entscheidung in dem Fall die Entscheidung.
(Kommentar korrigiert am 24.07.2014)

 Ganna meinte dazu am 24.07.14:
...ich denke auch, dass oft keine Entscheidung möglich ist, weil jeder sich nach Veranlagung und Wesen verhält und doch gibt es die Möglichkeit, seiner Angst zu begegnen, sich mit ihr auseinanderzusetzen und sie schließlich zu überwinden...nicht einfach, aber oft mit Erleichterung einhergehend...
BabetteDalüge (67) antwortete darauf am 24.07.14:
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 Ganna schrieb daraufhin am 25.07.14:
"Der Schmerz über unsere Unvollständigkeit vertreibt die Angst..."

Danke, Babette, die Art von Schmerz wird von denen eher nicht erfahren, die von Liebe umgeben waren und sind, was es ihnen auf gewisse Weise erschwert zu wachsen...so findet alles einen Ausgleich.

LG Ganna
Graeculus (69)
(25.07.14)
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 Ganna äußerte darauf am 25.07.14:
Das ist tatsächlich ein Aspekt, den ich nicht bedachte...

...ich denke, Stalin hat es geschafft, mehr Angst zu verbreiten, als er selber hatte - wir strahlen aus, was wir im Übermaß in uns haben - dadurch gelang es ihm nicht nur, seine eigenen Ängste in Schach zu halten, sondern auch noch genug Energie abzuziehen, so dass er sich für einen überlegenen und erfolgreichen Mann halten konnte...und in gewissen Sinne stimmt das auch...

...allerdings bezweifle ich, dass alle seine Opfer bei seinem Tode weinten, es werden nur die geweint haben, die sich seiner Verantwortung hingegeben haben und nicht darin geübt waren, sich für sich selber verantwortlich zu fühlen...
(Antwort korrigiert am 25.07.2014)

 Regina ergänzte dazu am 27.07.14:
Ich habe gelesen, dass durch seine Politik viele verhungerten. die konnten dann freilich nicht mehr weinen.
Gringo (60) meinte dazu am 13.08.14:
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 Ganna meinte dazu am 13.08.14:
....liebe Gringo, ich danke Dir, Dein Kommentar heute kommt im richtigen Moment...Danke auch für die Sternchen!

liebe Grüße
Ganna
ETH (34)
(29.06.15)
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Graeculus (69) meinte dazu am 03.09.18:
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