"Beeilt Euch, Gutes zu tun"

Aufruf zum Thema Gut und Böse

von  eiskimo

Mit meinem Abreißkalender komm ich öfters in Verzug. Was ich jetzt für den 26. Januar nach-lesen konnte, ist aber trotzdem von denkwürdiger Aktualität: "Beeilt Euch, Gutes zu tun", konnte ich da in frommem Rot lesen.

Wie wahr doch, in dieser sündigen und erlösungsbedürftigen Welt.

Und, dachte ich weiter: Gut, dass dieser Aufruf gleich in eine Bronzetafel gegossen ist. So klärte mich nämlich mein Kalenderblättchen auf. Um dann erneut in Rot hervorzuheben: Angebracht am Erzbischöflichen Generalvikariat zu Köln.

Ob man dort versteht, was da jetzt gemeint ist?



Anmerkung von eiskimo:

Hintergrund für das Vorhandensein dieser Plakette ist die Erinnerung an den Arzt Friedrich Joseph Haass, der zu Beginn des 19. Jhs in Russland  über 25 Jahre lang Strafgefangene betreute; er wurde auch der "Heilige Doktor von Moskau" genannt.
Quelle: Köln-Kalender 2022, Emons-Verlag

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Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (28.01.22, 16:53)
Klingt fast ein bisschen zynisch.
Aber mit einer berechtigten Frage versehen.

Liebe Grüße
der8.

 eiskimo meinte dazu am 28.01.22 um 17:30:
Ich sehe da einen dringenden Aufruf, endlich echte (!) Reue zu zeigen und die Missbrauchsopfer zügig zu entschädigen, soweit das überhaupt geht. Gutes tun heißt für mich hier: maximale Wiedergutmachung.

herzliche Grüße
Eiskimo

Antwort geändert am 28.01.2022 um 17:57 Uhr

 Graeculus (28.01.22, 17:00)
Überaus witzig. Nach Rom senden. Anschrift: Papa emeritus, Vatikan.

 eiskimo antwortete darauf am 28.01.22 um 17:34:
Ob die Redakteure beim Erstellen dieses Kalenders so tiefsinnige Intentionen hatten?  Das Thema war ja wohl schon heiß....
Immerhin: Der Heiligen Doktor von Moskau kann als Gegenbeispiel gesehen werden

 monalisa (29.01.22, 07:57)
Hi Eiskimo;
das klingt für mich auch zynisch, vor allem in diesem Befehlston:
"Beeilt Euch, Gutes zu tun"
Wie war das noch mit dem Kehren vor der eigenen Tür und dem Balken im Auge!


Was in einer Institution wie der Katholische Kirche von andern verlangt wird, sollte sie selbst vorleben.
Wobei ich in der Schadensabgeltung (Wiedergutmachung ist wohl nicht wirklich möglich!) noch kein gutes Werk erkennen kann. Aber es wäre ja schon viel gewonnen, würde man die Opfer wenigsten nicht weiter schädigen und durch dringend nötige strukturelle Veränderungen gegen Missbrauch in der Zunkunft anzugehen.

Liebe Grüße
mona

 eiskimo schrieb daraufhin am 29.01.22 um 08:39:
Liebe Mona!
Du drückst es viel besser aus als ich, und strukurelle Veränderungen müssen kommen, wenn Kirche sich nicht selbst abschaffen will.
Für mich ist z.B. überfällig, dass  jegliche Straftat,die im kirchlichen Raum und von Leuten der Kirche begangen wird, vor ein staatliches  Gericht gehört, Gleiches Recht für alle.
Liebe Grüße
Eiskimo
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