Das Gespräch

Short Story zum Thema Annäherung

von  uwesch

Dieser Text ist Teil der Serie  short-stories

Sie saßen an einem Spätnachmittag lange nach ihrer Trennung auf der schattigen Veranda seiner Villa beisammen und sprachen mit gemächlichen Stimmen von Dingen und wem sie zugestoßen waren. Die Zeit hatte in ihren Erinnerungen eine andere Geschwindigkeit, bewegte sich kaum, wie wenn man langsam zu Fuß ging. Doch jetzt lagen sie hinter ihnen, nisteten aber noch im Kopf. Wie der Abdruck auf der Seite unter dem Papier, auf dem man schrieb bewahrten sie die tiefen Dinge, Respekt und letztlich eine Art von Würde.

Aspekte ihrer Vergangenheit, ähnlich einem schwarzen Loch, das sich in ihre Seelen gebrannt hatte, ließ sich nicht vergessen. Maria versuchte mit ihrer Liebe, ihren damaligen Wünschen letztlich sich eine Art Respekt zu bewahren.

Nun dieses Treffen nach langen Jahren eigenen Lebens in verschiedenen Welten, … und doch flackerte etwas auf von damals. Bei ihm. Bei ihr. Wildes Begehren.

Sie sah ein neues Leben vor sich, das ihr entgegenkam. 

Hans, eine gutaussehende Gestalt mit weiß verblichenem Haar, Altersflecken im Gesicht und auf den Armen redete derweil. Von seinem Leben, das den Aufgaben überlegen war, mit Blick auf die Geschichte, Kunst und menschliches Verhalten, einschließlich glühender Nachmittage am Mittelmeer und auf den Kanaren.

Maria war inzwischen eine Frau mit der Fähigkeit innerhalb weniger Momente Bedeutung zu erkennen. Damals, zweiunddreißig Jahre alt, psychisch instabil und nie imstande gewesen, ihren Weg zu finden. 

Das Gespräch … plätscherte … dahin.



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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (25.01.23, 18:23)
Es scheint so, als wären die beiden mit der Zeit souveräner geworden.

LG
Ekki

 uwesch meinte dazu am 26.01.23 um 06:36:
Das kann man wohl annehmen, obwohl Alter nicht vor Torheit schützt :) 
Dank für Deine Empfehlung und LG Uwe
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