Hat sich der Leo bewährt?

Betrachtung zum Thema Nachdenken

von  eiskimo

Was kann ein Wort dafür, dass es das bedeutet, was es bedeutet? Und dass die Bedeutung so willkürlich sein kann? Zum Beispiel das oben genannte Wort Leo.
Alle wissen, dahinter verbirgt sich ein sehr beeindruckender Panzer. Mit vollem Namen Leopard, Kürzel Leo I oder II. Gerade wurden wieder 44 Stück davon geordert, vom neuen NATO-Mitglied Schweden. Hat sich scheinbar bewährt, dieses nicht ganz billige Aushängeschild deutscher Waffentechnik. Oder?

Es ist aber auch aktuell ein Papst, einer, der bei vielen sehr große Hoffnungen weckt. Kürzel Leo XIV. Und in welch dramatischen Weltlage er jetzt dieses mehr auf Symbolik beschränkte Amt übernommen hat!

Der Leo „Panzer“ kommt aus Deutschland, rollt aber in vielen NATO-Ländern und in der ganzen westlichen Welt. Urbi et Orbi, könnte man sagen. Seine Bedienungsanleitung ist in Englisch (inzwischen auch für Kanada, Australien und Singapur), in Portugiesisch (für Portugal und Brasilien), in Spanisch (für Spanien) in Italienisch (in Italien baut man den Leo sogar in Lizenz) und Arabisch (für Katar).

Der Leo „Papst“ kommt aus den USA. Aber bevor er zu Leo XIV wurde, war er in unterschiedlichsten Ländern unterwegs. So spricht er neben Englisch auch Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch, dann natürlich Latein und einen Dialekt aus seiner Zeit in Peru: Quechua.

Als „Leo“ zu firmieren, das scheint einem also die Welt zu öffnen. Natürlich in friedensstiftender Mission. Wie oft schon hat Leo XIV während seiner noch kurzen Amtszeit an die Machthaber der Welt appelliert, doch mutiger für Frieden einzutreten!

Und wie oft schon waren die Leos I und II bei medienwirksamen Paraden vor die Kameras gerollt, die Kanone schön weit herausgefahren, um potentiellen Feinden zu zeigen, dass man militärisch dagegen halten wird. Frieden durch Abschreckung.

Hat nicht geklappt, wie wir alle wissen, weder bei den Mahnungen eines Leo XIV noch mit den Drohauftritten der Leos I und II. Vielsprachigkeit scheint also keine Garantie zu sein, verstanden zu werden. Leo hin, Leo her. Statt zielführend miteinander zu sprechen, wird weiter blind gefeuert.

Dabei ist klar: Dieser Planet kann sich das nicht leisten, weder immer mehr Kanonen noch ungehörtes Kanonisieren.

Zurück zum Wörtchen „Leo“, das ja nichts dafür kann, in so ernste und bedrohliche Szenarien verwickelt zu sein. Menschen kreieren Namen, Namen verselbständigen sich. Kinder werden Leon getauft oder Leonie, und dahinter steckt ursprünglich das Bild des Löwen. Stimmgewaltig, mutig, aber ein .. Raubtier.




Anmerkung von eiskimo:

Leo. Das sind nur drei Buchstaben. Aber meine Sympathie, um das noch einmal deutlich zu machen, gilt dem Papst. So gesehen: In dubio pro Leo.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Alabanda (18.01.26, 10:54)
Schöner Namensvergleich.

Der Panzer heisst ja Leopard, Leo ist die Abkürzung.

Der Papst wählte selbst seinen Papstnamen. Ob er jetzt trotz oder wegen des Panzers Leo heisst? Dass er den nicht kennt, glaube dabei ich weniger.

 eiskimo meinte dazu am 18.01.26 um 14:34:
Ja, da prallen in der Tat Welten aufeinander. Ein Leo, welcher Nächstenliebe,  Versöhnung, Leben alsa Mission hat - und der Leo der Schlachtfelder.
Verrückt, wie wir das in so ein Kürzel fassen.

Ich denke, der Papst hat den Namen gewählt, ohne an deutsche Waffentechnik zu denken. 
Er wollte sich in eine kirchengeschichtliche Tradition stellen.
lG
Eiskimo

 Alabanda antwortete darauf am 18.01.26 um 14:41:
Zu den Namen fällt mir noch Leonidas ein, der Held als Vorbild, wie Alexander u.a.
Zur Zeit online: