Was führt denn die Mathilde nur im Schilde?
Ihr armer Gatte ist schon ganz konfus -
was er auch möcht, Mathilde ist im Bilde
und mahnt: Hör endlich auf mit solchem Stuss!
Die Ehe ist für diesen Mann kein Segen -
sich frei bewegen? So was darf er nicht,
er darf nur Tildes Alltagsmacken pflegen
und mit „Jawohl!“ beenden was sie spricht.
Moralisch ist sie eine Koryphäe -
ihr Senf liegt dick auf allem was geschieht,
besonders gern senft sie in Gattens Nähe,
der langsam nur noch Zeigefinger sieht.
Sie selbst scheint ohne Fehl und ohne Tadel -
„Aus welchem Güte-Adel stammt die wohl?“
fragt sich der Ärmste und denkt dabei: „Madl,
wer dir das glauben soll, ist ziemlich hohl!“
Natürlich wagt er das nicht laut zu sagen -
solch freche Sätzen wärn Mathildes Tod.
Und dennoch überlegt er schon seit Tagen,
ob er vielleicht, na, ja ...
aus reiner Not?
Ganz sicher gäb es einen milden Richter -
mit gleichem Schicksal. Das wär sein Idol!
Bis es so weit ist, denkt er jedoch schlichter
und murmelt, wenn Mathilde ruft:
Jawohl!