Durch den Riss im Wind

Gedicht zum Thema Missbrauch

von  Saira

Ein blasses Lächeln weckte mich,
der Schatten kroch mit schwerem Tritt,
ich fasste nach dem schwachen Licht.
Ein Teil von mir, das er mir nahm,
durch einen Schnitt, so bitter-kalt,
Vertrauen schwand in seiner Hand.

 

Sein erstes Wort, so süß, so leicht,
es schwang und füllte meine Welt,
sein Lied, es brach und starb im Ton,
denn unter jedem Atemhauch
verschlang die Nacht, was Tag versprach,
bis nichts mehr blieb, als dunkles Fallen.

 

Die Augen trüb, das Bild verschwommen,
mein Antlitz fort, von ihm gelöscht.

Die Luft zerbrach wie Glas im Sturm,
mein Spiegelbild, ein Riss im Wind,
die Welt zerfiel, als stürb sie selbst,
als mein Schrei die Luft zerriss.

 

Sein bleiches Grinsen, tief in mir,
die ersten Laute, die er sprach,
trugen mich in seinen Abgrund.
Verdorrt die Blüte, die als Kind begann,
bereits in seinen Falten welkte,
während ich naiv noch träumte.

 

So leicht, so schwankend, ohne Halt,
dreht sich die Welt seither um mich.
Verlor mich selbst im Nebelgrau,
die Drahtgespinste, scharf wie Eis,
durchtrennten mich, als plötzlich kalt
der letzte Funken Liebe starb.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




Anmerkung von Saira:

Dieses Gedicht wird aus der Perspektive eines lyrischen Ichs erzählt, das mit intensiven Gefühlen von Verlust, Zerrissenheit und Dunkelheit konfrontiert wird.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: