Doppeltes Spiel

Protokoll zum Thema Fremde/ Fremdheit

von  eiskimo

Frau Meier: Weißt du, was ich vorhin an der Tür bei Kempers beobachtet habe?

Frau Müller: Nee, erzähl!

Frau Meier: Klingelmäuschen! Durch Zufall habe ich mitgekriegt, wie da ran geschlichen sind, und husch! – wie sie dann wegrannten.

Frau Müller: Klingelmäuschen!  Da dachte ich schon, das sei ausgestorben. Wie oft haben wir das früher gespielt… Diese einfachen Streiche - wie süß!

Frau Meier: Aber es waren die Kinder aus den Wohnblocks, du weißt schon, nicht unsre ….

Frau Müller: Ach, so ….. Hmmm.



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Kommentare zu diesem Text


 Hannes (06.03.26, 21:42)
Kein Kommentar.
Da ist mir nur grad die Luft weggeblieben.

 eiskimo meinte dazu am 07.03.26 um 07:43:
Auch im kleinen Alltag erlebt man Frappierendes.
LG
Eiskimo

 Saira (06.03.26, 22:32)
Hallo Eiskimo,
 
dein Protokoll trifft sehr präzise die Doppelmoral des Alltags. Solange der Kinderstreich in der eigenen Erinnerung liegt, gilt er als „süß“ – doch sobald klar wird, dass es nicht „unsre“ Kinder sind, kippt die Wahrnehmung. Mit wenigen Worten zeigst du, wie schnell Fremdheit entsteht, wenn sich das „Wir“ vom „Die“ trennt.
 
LG
Saira

 eiskimo antwortete darauf am 07.03.26 um 07:40:
Ja, die Kinder aus den Wohnblocks. Zugewanderte, Fremde...
Da passt auch das Wort "Klingelmäuschen" nicht, muss man doch gleich ein ungutes Gefühl haben.
Du hast das mit Deinem "Wir" und "Die" sehr prägnant verdeutlicht.
Auf dass Kinderspiel unbeschwert bleibe!
Eiskimo
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