Der Abgabetermin für meine Diplomarbeit nahte. So setzte ich mich nun an die Schreibmaschine und erstellte die Endfassung. Persönlich war ich mit meiner Ausarbeitung ganz zufrieden, aber würde der Professor es auch sein? Da hatte ich so meine Zweifel!
Die Existenz von Geistern ist an deutschen Universitäten nicht unbedingt ein akzeptiertes akademisches Argument. Aber war das mein Problem, wenn meine persönlichen Erfahrungen und einige Fallbeispiele den Professor nicht überzeugen würden?
Ich warf die vorgeschriebenen drei Exemplare in den Unibriefkasten und widmete mich nun wieder ganz den angenehmeren Dingen des Lebens.
Just zu diesem Zeitpunkt fand im Jesushaus eine viertägige Glaubenskonferenz statt. Christen aus der ganzen Umgebung reisten an. Tagsüber gab es Seminare, abends dann jeweils den großen Gottesdienst. Richtig was los in der Hütte, wie man so schön sagt.
Es war am Samstagnachmittag, als ich mich leicht erschöpft auf den Ausgang des Jesushaus zubewegte. Ein bisschen zuhause ausruhen für die große Abendveranstaltung, war der Plan. Da hörte ich plötzlich jemand meinen Namen rufen.
Abrupt drehte ich mich um und sah Klaus-Dieter, den Zweitpastor der Gemeinde, auf mich zukommen. „Gut, dass ich dich noch erwischt habe! Ich habe nämlich eine Frage! Hast du schon mal öffentlich vor der Gemeinde dein Zeugnis gesagt?“
„Nein!“ erwiderte ich leicht irritiert. „Na prima, dann wäre heute Abend vielleicht ein guter Zeitpunkt! Einverstanden?“
Der Schock war mir in die Glieder gefahren: „Vor so vielen Leuten? Ich weiß nicht, ob ich mir das zutraue!“ „Ach, das schaffst du schon. Also abgemacht?“ Was sollte ich machen? Kneifen?
„Gut, abgemacht!“ antwortete ich leicht bekommen. Und bevor ich es mir noch anders überlegen konnte, verschwand er mit einem ermutigenden: „Also dann bis heute Abend! Wird schon gutgehen!“ Da war ich mir allerdings nicht so sicher!