Als Adolf Hitler in März 38 in Österreich einmarschiert war,
hat mein Vater als glühender Anhänger von Adolf Hitler,
die Bibel aus dem Nachttisch von Mama genommen
und mit Schwung aus dem Fenster unseres Schlafzimmers
auf die Wiese vor unserem Haus geworfen.
Mama war derartig von dieser Aktion überrascht,
dass sie das zwar enttäuscht doch wortlos hingenommen hat,
Im Innern hat das ihr bestimmt sehr wehgetan.
Ein stärkeres Aufmucken Mamaseitz, hätte Vater garantiert
in den Falschen Hals bekommen und eine weitere unnötige
Diskussion heraufbeschwört.
NSDAP waren verbissene Feinde der (Schwarzen und Roten).
Die drei Parteien hatten sich schon im Vorfeld öfters kleinere
Scharmützel geleistet.
Ab nun begann sich die größte Vernichtungswelle,
Die das Zwanzigste Jahrhundert hervorbringen konnte
in Bewegung zu setzen.
Wir Kinder: Poldi, Franziska und ich haben in den
folgenden Tagen mehr in der Biebel herumgeblättert, als wir es sonst gemacht hätten.
Mir ist da das farbige Bild vom Fegefeuer noch gut in Erinnerung,
wie Menschliche Körper auf dem Rücken liegend
von züngelnden Flammen umgeben.
Alles unheimlich bedrohlich und düster.
Ein kräftiger Frühlingssturm hatte die Biebel
weiter unter Obstbäumen geweht, aber noch immer gut
erhalten. Der Leineneinband des Buches war noch erstaunlich
intakt. Die Bilder von der Hölle waren Angsteinflößend.
Über einem am Rücken liegenden Menschen mit Angst geweiteten
Augen, wanden sich schreckliche, grässliche Schlangen.
Der Schlange mit aufgerissenem Maul, quollen die Augen hervor.
Über der ganzen Szenerie schwebt ein Teufel in Engelsgestalt.
Alles Gruselige, was man seinen Gläubigen mit auf den
Lebensweg geben konnte.
Im Rückblick gesehen, war diese entweihte Biebel
Wie eine Apokalypse der kommenden Kriegsjahre,
die mit gnadenloser Ohnmacht die ganze Welt verschlang.