Was bleibt

Gedicht zum Thema Tod

von  Saira

Es gibt Tage,
da steht die Stille
mitten im Raum
und setzt sich neben dich.

 

Nichts tröstet wirklich.
Auch Worte lernen dann,
wie klein sie sind.

 

Doch manchmal
wandert ein vertrauter Gedanke vorbei,
ganz leise,
wie ein Lichtstreif
über altes Holz.

 

Und für einen Augenblick
ist da nicht nur Verlust,
sondern auch das,
was bleiben durfte:

 

eine Stimme,
ein Blick,
ein gemeinsames Leben
im eigenen Herzen.

 

Die Liebe bleibt.
Sie ist nicht fort,
wenn ein Mensch geht.

 

Sie verändert nur
ihre Art,
bei uns zu sein.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




Anmerkung von Saira:

Gewidmet einem Menschen,
der lernen muss,
mit der Stille weiterzuleben.


Für M.

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Kommentare zu diesem Text


 AnneSeltmann (19.05.26, 09:38)
Guten Morgen liebe Sigrun!

Hach...

Ein sehr stilles, warmes und tröstliches Gedicht. Besonders schön finde ich, dass hier Trauer nicht laut oder dramatisch beschrieben wird, sondern in diesen kleinen, leisen Bildern – die Stille im Raum, der vertraute Gedanke, der Lichtstreif über altes Holz. Dadurch wirkt alles unglaublich nah und menschlich.

Die letzten Zeilen berühren besonders, weil sie eine Form von Hoffnung schenken, ohne den Verlust kleinzureden. Die Liebe verschwindet nicht einfach – sie verändert nur ihre Gestalt. Das ist zart formuliert und zugleich tief wahr.

Liebe Grüße

Anne
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