Ich liebte das Fussballspielen. Und selbstredend hatte ich auch einen Lieblingsverein: Borussia Dortmund.
Meine Helden waren Hans Tilkowski, Lothar Emmerich und Sigi Held. Und alle drei spielten bei der Fußball-WM 1966 in England im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien mit.
Für mich war klar, dass die deutsche Nationalelf diesen Spiel gewinnen und ins Achtelfinale kommen würde. Selbst ein Unentschieden hätte gereicht.
Aber nach einer halben Stunde herrschte in der Wohnstube meiner Großeltern betretenes Schweigen. Die deutsche Mannschaft spielte grottenschlecht und die Spanier führten hochverdient mit 1:0. Es musste etwas geschehen.
Und so schlich ich mich aus der Wohnstube ins Badezimmer und betete ernstlich zu Gott - die Spanier mögen mir vergeben -, dass Gott doch eingreifen und der deutschen Mannschaft helfen möge. Dann begab ich mich zurück in die Wohnstube zu den Eltern und Großeltern. Was würde nun geschehen?
Es mochten ein oder zwei Minuten vergangen sein, als mein Lieblingsspieler Lothar Emmerich aus völlig unmöglichen Winkel ein Traumtor schoss, was bis heute als Jahrhunderttor gefeiert wird.
In der Presse war am nächsten Tag zu lesen: Im Spiel war keine Linie, der Motor der deutschen Mannschaft stotterte. Doch dann fand Lothar Emmerich das defekte Zündkabel und flickte es mit einem fulminanten Schuss von der linken Torauslinie.
Die deutsche Nationalelf gewann das Spiel mit 2:1, kam bis ins Finale, bevor sie dann durch ein noch berühmteres Tor, das sogenannte "Wembleytor", welches eigentlich keines war, unglücklich verlor.
Ich war damals wirklich etwas erschüttert. Dass Gott so offensichtlich und direkt mein Gebet erhört hatte, konnte ich fast nicht glauben. Aber ich genoss es still!
Bis heute bin ich überzeugt davon, dass ernsthafte Gebet eine neunjährigen Jungen erhört hat! Wie es auch schon der Apostel Jakobus wusste: Ein ernstlich Gebet vermag viel zu bewirken!