Die Nachricht ging wie ein Lauffeuer im Club herum. Ständig kamen Kinder und Jugendliche zu mir und fragten, ob das mit dem Gebetstreffen im Park wirklich stimmen würde. Etliche versicherten mir, dass sie auch kommen würden.
Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht beunruhigt war. Was wäre wenn Astrid, die Leiterin, Wind von der Sache bekommen würde. Wie würde sie reagieren?
Auf die Antwort musste ich nicht allzu lange warten. Ich traf sie auf dem Weg ins Büro „Stimmt das, was die Kids sagen?“, fragte sie mich mit eisigem Blick. Ich fragte so beiläufig wie möglich zurück: „Was sagen sie denn so?“ „Dass du dich mit ihnen heute Abend im Park zum Beten treffen willst!“
„Ach so“, sagte ich, „das meinst du! Ja, das stimmt!“ Ihr an sich blasses Gesicht bekam nun eine rötliche Färbung angenommen und mit kalter Stimme sagte sie: „Ich verbiete dir das!“ Ich schaute sie erstaunt an: „Mit welchem Recht? Es findet nach der Arbeitszeit statt!“
„Das ist egal“, entgegnete sie, „ es handelt sich um die Kinder und Jugendlichen dieses Clubs, für die ich verantwortlich bin.“ Ihre Stimme nahm nun einen leicht bedrohlichen Charakter an: „Wenn dieses Treffen stattfindet, ist deine Zeit hier im Club beendet. Hast du das verstanden?“
Ich schaute sie ernst an und sagte: „Ja, das habe ich verstanden. Aber man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!"
Als es endlich 18.30 Uhr war, machte ich mich auf den Weg zum verabredeten Ort im Park. Was würde mich dort erwarten?
Der Himmel hatte sich zugezogen und schwarze Wolken hingen drohend über der ganzen Gegend. Es fielen erste Regentropfen. Wird das Wetter mitspielen? lautete meine bange Frage. Egal, es gab jetzt kein Zurück mehr!