Zu meinen glücklichsten Kindheitserinnerungen gehören meine ersten großen Schulferien auf einem ehemaligen Bauernhof bei Verwandten. Die sechs Wochen erschienen mir wie ein einziger heiterer Sommertag. Ich fühlte mich so glücklich und geborgen wie nie zuvor in meinem Leben.
Freilaufende Hühner und äsende Rehe, die man morgens und abends auf einer großen Obstbaumwiesen beobachten konnte, kannte ich bis dahin noch nicht. Überhaupt bestand hier ein Einklang mit der Natur, der etwas Überirdisches hatte. Und dies alles unter der gelassen-fürsorglichen Obhut von Onkel Willi und Tante Maria, die hier ihren Lebensabend verbrachten.
Ein kleines Paradies auf Erden!
Aber warum erwähne ich das im Zusammenhang mit dem gewählten Thema?
Tatsächlich war es so, dass ich mich dort eine Geborgenheit empfunden habe, die weit über das normale Maß hinausging und meine Gottesahnung weiter vertieft haben dürfte.
Als meine Eltern, also meine Mutter und mein Stiefvater, mich nach sechs Wochen wieder abholten, war das für mich tatsächlich wie eine Vertreibung aus einem Paradies. Ich war wirklich sehr deprimiert!
Denke ich heute an diese Zeit zurück, so möchte ich sagen, dass diese sechs Wochen mir wie ein besonderes Geschenk vorgekommen sind. Vielleicht sogar als eine Art Vorgeschmack auf den Himmel! Auf jeden Fall aber war es eine Stärkung auf meinem weiteren Lebensweg!