Wo die Wunder schlafen

Gedicht zum Thema Natur

von  Saira

In einer Nacht,

 

als der Tau
kleine Perlen
in die Wiesen legte

 

und das Wasser
seine leisen Geschichten
an das Ufer trug,

 

saß eine Libelle
auf einem schmalen Halm.

 

Sie bewegte sich nicht.

 

Sie lauschte.

 

Dem Wispern der Gräser.
Dem Murmeln des Baches.
Dem weichen Atem der Dunkelheit.

 

Die Nacht
setzte sich zu ihr.

 

Ganz still.

Sie legte einen Hauch von Silber
auf die Flügel der Libelle
und einen Schimmer

auf das ruhende Land.

 

Kein Auge sah es.

Kein Laut verriet es.

 

Nur die Libelle
trug dieses kleine Geheimnis
bis in den Morgen.

 

Als die Sonne kam,
war sie fort.

 

Doch über den Wiesen
lag noch lange

ein feiner Glanz,

 

als hätte die Nacht
für einen einzigen Augenblick

 

eine Spur ihrer Zärtlichkeit

 

auf der Welt hinterlassen.

 

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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Kommentare zu diesem Text


 Nuna (02.06.26, 09:52)
Oh Saira, wie traumhaft gewebt, mal wieder wunderschön

:)  kleine Wunder, erinnert mich gerade an ein Zitat von mir, von vor fast 30 Jahren:

"Die Natur beschenkt uns jeden Tag
Wunder für den, der sie zu sehen vermag."

Liebe Grüße nuna

 EkkehartMittelberg (02.06.26, 10:07)
Hallo Sigi,

die kleinen Wunder der Natur bilden einen Hort der Hoffnung in scheinbar trostloser Zeit.

Liebe Grüße
Ekki

 Didi.Costaire (02.06.26, 10:35)
Liebe Sigi,

du kannst sowas schön beschreiben. Mein Highlight hier


Die Nacht
setzte sich zu ihr.


Liebe Grüße, 
Dirk
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