Dann schaust du in den Himmel, und unerwartet und wunderbar erscheint dort ein perfekter Regenbogen zwischen all den bedrohlichen Wolkenbergen; da wirst du wissen, dass für dich an diesem Tag womöglich Schluss sei, aber das Leben dennoch weiter gehen wird.
Mit nehme ich dich in einem Wünschelrutenboot über einen farbigen stillen, singenden Ozean, in die sanften, tragenden Tiefen unendlichen Blaus, zu den verwunschenen, vergessenen Schlössern und Hütten, den leise summenden Kiefernwäldern und den schneeeisigen Gletschern glitzernden Weißes, klare Brunnen quillen aus hellgrüner Wiesenau und die Schlüsselblumen blühen gelb.
Die meisten wollen nicht errettet sein.
Wir machen Köpfe mit Nägeln. Leitern führen in morsche Gruften, und die Luft riecht nach gebrauchtem, getötetem Atem, Verwesung und Moderwuchs. Schizophrasie ist das Programm, das wird ohrenbetäubend gesingsangt bis es blutet. Alle Blüten sind hier verdorrt und die Engel sterben, die durchscheinenden Flügel ausgerissen. Doch die Menschen laufen hinterher, wild mit den Armen schlenkernd, irren Blickes, auf der Suche nach der Realität – ein Traum, der vom großen Moloch intoniert wird, Tag und Nacht; nur das Ende ist sehr wirklich. Doch selbst das Aufhören aller Dinge und Wesen wollen wir nicht wahrhaben. Wir sind auf dem Weg in das unterste aller Verliese.
Aber das ist nur in den Köpfen. Ich lasse dich teilhaben, wenn du mitkommen willst. Ich esse keine Menschen, ich trinke ihr graues und einsames Phlegma, lege dich nur ruhig hin und schlage das Kreuz. Und wirklich, ich sauf´ allein.
Noah sah den Prismazauber des Herrn. Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Menschheit hinter sich gelassen.
© Rainer M. Scholz