Was wir uns alle gegenseitig angetan haben, weil wir es mit uns selbst nicht aushalten, all die Religion, der Wahrheitsabsolutismus, der Abscheu und der Ekel vor uns und unserem Sein, die Ignoranz und die Allmachtsphantasie, die bodenlose Idiotie, die Begierde und der gelbschwärige Neid. Wenn es einen Knopf gäbe, der uns allesamt hinaus in die Kälte und das Vakuum des Alls schleudern könnte, ich würde ihn betätigen.
Die Liebe? Sie währt nur kurz, vielleicht ein Leben lang, aber: was bedeutet das schon. Ist das genug. Ist die Liebe nicht nur ein Wort, um die Zeit abzukürzen, eine vergebliche Hoffnung im Angesicht des unvermeidlichen Endes, ein Versprechen, das gebrochen werden muss zum Schluss, eine schöne Illusion, die in das Nichts führt.
Alte, sehr alte weiße Männer erklären die Welt, und die Welt sagt: was soll`s schon, alter Mann, das wissen wir doch längst, hast es auch schon tausendmal erzählt. Sei nicht so ein Molchmensch und verzieh dich in dein Endlager. Sterb´ doch endlich, dass wir dich nicht mehr hören und sehen müssen.
Und ich denke: genau. Weltreiche erstehen und vergehen – was geht es mich an. Macht doch eure eigenen Fehler. Ihr werdet schon sehen. Was ihr davon habt, junges Gesocks, ihr Knopfdrücker und Scheibenwischer!
Sie kamen mit keinem Gott, den wir verstanden hätten.
Unchrists Ende – die Reichen wollen ewig leben.
Da hab´ ich euch aber schön vergeschulmeistert, nicht wahr. Nicht wahr?!
Die Beutegreifer kommen. Sie kommen!
Happiness I cannot feel and love to me is so unreal.*
*Black Sabbath, Paranoid, 1970
© Rainer M. Scholz