Kopf versus Herz

Text zum Thema Allzu Menschliches

von  Tafelwerk

Ein ewiges wollen und wünschen, es beginnt mit unserer Geburt, endet mit dem Tod.
Wissen wir denn wirklich was wir wollen, was das Beste für uns ist oder wollen wir nur, aus dem Antrieb des Willens heraus, einfach immer mehr?
Es genügt augenscheinlich nicht für den Moment zu wissen was man nicht möchte, sein Leben zu leben, Erfahrungen zu sammeln und die Liste ggf. zu erweitern.

Am Ende allen Strebens steht, wenn  man es auf ein Wort reduziert, die Zufriedenheit. Essenz unserer Mühen, Träume und Wünsche.

Im 21. Jahrhundert scheint es fast unmöglich geworden zu sein im Leben und im besonderen in der Liebe zu ruhen. Zufriedenheit, ein seltenes Gut, schwer zu bekommen und daher unermesslich wertvoll, vermeintlich, denn Angebot und Nachfrage haben diesbezüglich arge Differenzen. Sie ist schwer zu finden, so scheint es. Das profane Glück reicht nicht mehr aus. Die Habgier hat sich den ersten Platz gesichert im steten Wettstreit mit Hektik und Egoismus.
In Beziehungen verwenden wir mehr Zeit darauf den Partner an uns zu binden, uns interessant zu machen damit man gebraucht wird, statt zu schätzen und zu genießen das die kleinen Dinge unser Leben würzen.
Der Beruf nimmt uns zur Gänze ein, unentbehrlich sein, so suchen wir Halt und Anerkennung. Quasi das altbewährte „ein Fels in der Brandung“ neu aufgelegt. Die Zufriedenheit, aus der Mode gekommen, nicht mehr zeitgemäß, abgelöst durch unsere Satellitengesellschaft. So hat sie ihre Daseinsberechtigung verloren und ist vermeintlich höheren Zielen zum Opfer gefallen. Nach immer mehr streben dass uns erfüllt und glücklich macht um die unerträgliche Leere auszufüllen welche die Zufriedenheit hinterlassen hat. Kommt man mit der Geschwindigkeit nicht zu recht oder erfüllt das Pensum nicht, wird man zurück gelassen, wegrationalisiert. Schließlich hat man es sich ja auch selbst so ausgesucht, Pech gehabt. Klar definierte Regeln geben den Weg vor, verlässt man diesen, um einem anderen auf die Beine zu helfen, kann man sich ebenso gut neben ihn legen.

Allerdings kann jeder Weg neu eingeschlagen, jede Richtung gewechselt und jede Gewohnheit geändert werden. Es liegt einzig an uns wie wir uns jeden Tag neu entscheiden. Stehenbleiben oder weitergehen, zuschauen oder anpacken, einschreiten oder verkriechen.

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