Corona? Ich seh´s mal positiv

Satire zum Thema Krisen

von  eiskimo

Jede Krise hat auch ihr Gutes. Dieser alte Sinnspruch ermutigt mich, dem großen Angst-Szenario um diese Killer-Krankheit mal  frech ein paar positive Spitzen entgegenzusetzen. .
Als erstes mache ich mir als aufmunterndes Zahlenspiel einmal klar, wie viele Bewohner dieses Erdballs eigentlich noch NICHT mit dem Virus infiziert sind.
Dadurch, dass  die meisten davon inzwischen vorgewarnt sind, dass etliche Kontaktketten unterbrochen wurden und sich alle öfter als früher die Hände waschen, sind die Chancen gut, dass ein paar von denen auch  nicht-infiziert bleiben.
Dann rufe ich mir in Erinnerung, dass ja nicht alle Infizierten sterben. Im Gegenteil: Sie sind immunisiert und möglicherweise fitter als vorher. Dass statistisch gesehen  eher Alte und dabei wiederum mehr  Männer sterben, muss kein Nachteil sein. Es gibt eine ganze Handvoll gefährlicher  älterer Männer (Autokraten , Kriegstreiber, Klima-Leugner …),  auf die die Welt notfalls verzichten könnte.
Zusammen haben die Nicht-Infizierten plus die Nicht-Dahingerafften nun deutlich mehr Platz auf dem Planeten.  Sie veranstalten jetzt keine Olympischen Spiele  mehr oder Tourismus-Messen, wo sich vormals die Kontaminierten aller Länder dicht an dicht drängten; sie lassen sich keine exotischen Nahrungsmittel mehr einfliegen und fliegen auch nicht mehr zu dramatischen Umweltkonferenzen zwecks Klimarettung. Brauchen sie als Selbstversorger ja nicht mehr. Corona wird das CO2-Problem sozusagen in Luft auflösen, und die Schulstreiks  mit enormen Unterrichtsversäumnissen jeden Freitag wären damit auch passé.
Als Drittes führe ich mir den ungeheuren Gewinn an menschlichem Miteinander vor Augen, den das Virus bewirkt. Die Nachbarschaftshilfe, die in den Vor-Corona-Zeiten fast weggestorben war – Alle hatten ja immer Alles – die erlebt jetzt eine Renaissance. Man bringt den zu Hause Eingesperrten Lebensmittel, tauscht selbstlos die Atemmasken oder Schutzanzüge und erzählt nostalgische Geschichten von früher, als man sich noch mit 60 Tausend anderen Verrückten in ein hoch infektionsgefährdetes  Stadion quetschte.
Ein vierter positiver Punkt ist das Meiden enger, viel besuchter Lokale. Wie viele Studenten, Singles oder allein lebende Rentner, früher dort Stammkunden, haben jetzt ihre alte Küche wieder entdeckt? Töpfe und Kochplatten, die das Herstellen von eigenem Essen zu Hause ermöglichen, kommen wieder in Gebrauch! Plötzlich ist das Selber Kochen eine hoch willkommene Abwechslung in der Wohnung, die längst auch kontaktloses Home Office geworden ist.
Last but not least das Stichwort „ Schmier- und Tröpfcheninfektion“: Hiermit wird endlich jetzt der hemmungslose Austausch von Körpersäften,  Ausfluss einer unseligen Libertinage, auf ein gesundes Maß zurück gefahren. Corona erzwingt  eheliche Treue und zeigt, wie diese tatsächlich lebensverlängernd wirken kann.
Auch Schmiergeld-Zahlungen, in Vor-Corona-Zeiten zum Ankurbeln der Wirtschaft ein probates Mittel, sind inzwischen völlig unüblich geworden. Selbst Italiens Mafia hat dadurch wichtige Operationsfelder aufgegeben – die Infektionsketten würden ja die Wege des schmutzigen Geldes nachweisbar offenlegen.
So trifft Corana vor allem Vielflieger, Sünder und Kriminelle. Es könnte ungerechtere Naturkatastrophen geben, sage ich mir.  Als alter Mann will ich mich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
PS: Wollten Sie nicht mal Venedig ohne die alles erschlagenden Riesen Kreuzfahrtschiffe sehen? Ha, Corona  schiebt dieser Art touristischer Überschwemmung zur Zeit einen Riegel vor. Die schwimmenden Seniorenheime bleiben vor Anker, keiner bucht doch mehr Außenkabine plus zweiwöchige Quarantäne!


Anmerkung von eiskimo:

Wenn es schon keine Impfung oder Medikamente gibt, sage ich mir, dann wehre ich mich wenigstens verbal gegen das Teufelszeug. Lieber beißender Spott und scharfzüngige Pointen als stummes Sich Verstecken

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Kommentare zu diesem Text


 Annabell (01.03.20)
Lieber Eiskimo, bitte überprüfe Deinen Satz:
...früher die Hände waschen, sind die Chance gut ...
(ist die Chance oder sind die Chancen gut ... ,)
Einen schönen Sonntag wünscht Dir
Annabell

 eiskimo meinte dazu am 01.03.20:
Danke, liebe Annabell - da fehlte in der Tat ein -n.
Auch Dir einen möglichst unbeschwerten Sonntag!
Eiskimo

 AZU20 (01.03.20)
Hoffentlich ist verbales Wehren auch irgendwie erfolgreich. Will überleben. LG

 AchterZwerg (01.03.20)
Die Rentenfrage wird sich vermutlich auch "von selbst" erledigen ... wenn das nix ist ...

 AchterZwerg antwortete darauf am 01.03.20:
Aber ich sehs jetzt auch mal positiv und schreibe, extra für dich, eine ergreifende

Szene:

"Allahu akbar", schrie Mohammad - und rotzte in die Menge!

;-)

 eiskimo schrieb daraufhin am 01.03.20:
Mal abgesehen von der entspannten Lage an der Rentenfront - einem Phänomen gegenüber zu stehen, das sich der menschlichen Macht entzieht, das nicht gleich domestiziert und kommerzialisiert werden kann, sondern "unheimlich" bleibt, das ist ein weiterer positiver Aspekt. Denn das stutzt die Allmachtsphantasien der Gattung etwas herunter.
Für den Teil II ducke ich mich trotzdem lieber weg.
ciao
Eiskimo

 AchterZwerg äußerte darauf am 01.03.20:
Wieso? "Positive" Auswirkungen / Vereinfachungen gelten bestimmt für alle "Berufszweige."

;-)

 TrekanBelluvitsh (01.03.20)
Mit tun im Augenblick nur die Menschen leid, die an einer ganz schnöden normalen Grippe sterben. Ich meine: Wer an einer Grippe stirbt, will dafür doch wohl wenigstens in die Zeitung. Im Augenblick gibt es dafür eine Chance.
:-(
Cora (29)
(01.03.20)
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 eiskimo ergänzte dazu am 01.03.20:
China hat zur Zeit eine so saubere Luft wie schon lange nicht mehr. Die Zahl der Menschen, die am Dauer-Smog dort sterben, sinkt deutlich.
Damit will ich beileibe nicht sagen, Corona sei ein Segen.Aber kühlen Kopf bewahren, das muss schon sein.
Und wenn jetzt bemerkt wird, dass lebenswichtige Medikamente aus Kostengründen nur noch aus Fernost bezogen werden können, dann sollte man die richtige Lehre daraus ziehen.
Cora (29) meinte dazu am 02.03.20:
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 eiskimo meinte dazu am 02.03.20:
.. rauchen???
Um nicht erpressbar zu sein oder in Lieferengpässe wie dem beschriebenen zu geraten, sollte man lebenswichtige Technologien im eigenen Lande behalten. Das ist mein Interesse. Ganz einfach.
Cora (29) meinte dazu am 02.03.20:
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 eiskimo meinte dazu am 02.03.20:
Und wenn man betroffen ist?
Gerade dann wäre positives Denken umso lebenswichtiger!
Cora (29) meinte dazu am 02.03.20:
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 eiskimo meinte dazu am 02.03.20:
Dann gilt das Prinzip immer noch: Mit Selbstmitleid und Gram sein Ableben hinnehmen oder - positiv - auf alternative Therapien setzen. Man muss doch jeweils vom noch Möglichen ausgehen.
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