Das Erbe der Erinnerung

Gleichnis zum Thema Zukunft

von  Ralf_Renkking

Das Land war schon längst wieder im Meer ertrunken, Städte und Dörfer versunken, die Flora und Fauna hatte sich dem Wasser angepasst, jedoch auch die Menschen waren mutiert; nachdem ihre Vorfahren verzweifelt nach Überlebensmöglichkeiten unter der See gesucht hatten, veränderten sich die Gene, der moderne Mensch verwandelte sich allmählich in den Wassermann.
Als die Entwicklung abgeschlossen war, erinnerte nichts mehr an die Landläufer und die Ahnen des Kiemenatmers gerieten mehr und mehr in Vergessenheit, bis eines Tages ein Homo Ichthyos in die Wasser dieser Welt geboren wurde, der im jugendlichen Alter von etwa sechzehn Jahren auf Kieme und Flosse schwor, die Reinkarnation eines Landbewohners zu sein und so begann seine Mission, das schwimmhäutige Volk um ihn herum zu überzeugen, zu Höherem berufen zu sein, doch die Ignoranten verfolgten und töteten ihn ebenso wie sie mit seinen Anhängern verfuhren, konnten jedoch nicht verhindern, dass sich eine Glaubenskultur entwickelte, die für die Ewigkeit gemacht schien.
Heutzutage wissen wir natürlich längst, dass es keine Wiedergeburten gibt, sondern lediglich Erinnerungen weitervererbt werden können, die Vision allerdings, eines Tages an Land zurückzukehren oder gar die Sterne zu erobern hält uns wach und gibt uns Hoffnung, denn wir haben mittlerweile gelernt, Vorstellungen in konkrete Kanäle zu lenken.

Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (01.09.21)
Klingt wie eine Fortsetzung von Waterworld, USA 1995,
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