Berlin du Rätsel in den Sümpfen

Gedicht zum Thema Sehnsucht

von  GastIltis

Berlin, du Stadt der Mauersegler,
bist viel mehr unterwegs als ich.
An dir rollt alles ohne Regler
vorüber? Das gelegentlich.

Du Stadt der ungezählten Brücken,
der Fensterkreuze ohne Lack,
der Zähne, teils und anstatt Lücken,
du stadtgedachter Habersack.

Du bist die Träne aller Tränen,
dir steckt das Lachen noch im Hals.
Du bist das Mittelteil vom Sehnen,
bist besser wie und schlechter als.

Du kannst dich in dir selbst verfahren.
Fährst einfach vor, kommst nie zurück.
Wie träumt man mit so langen Haaren
auf seinen Zähnen noch vom Glück?


Anmerkung von GastIltis:

Empfohlen von: Jo-W., indikatrix, AZU20, EkkehartMittelberg, franky, Sin, plotzn, Didi.Costaire.
Lieblingstext von: Jo-W., franky, Sin.
Du Träne du!

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Kommentare zu diesem Text


 Jo-W. (09.05.21)
aufregend (schon lange vor meiner ersten Frau,lieber Gil-auch meine zweite ist Berlinerin-)war diese diese Stadt für einen Mann,der tief aus dem Moor entstiegen-sie hat mich begleitet bis wir sie nun gegen Haus und Garten -aus gesundheitlichen Gründen-eingetauscht haben-aber zurückdenken:immer gerne!!
Deine Zeilen wecken aber auch Lieder in mir(Klaus Hoffmann.H.Knef.....) und Dein Blick hat dennoch ganz eigenen Charm-gefällt mir-einen sonnigen Sonntag,lieber Freund-Jo

 GastIltis meinte dazu am 09.05.21:
Alter Freund Jo,

es freut mich immer, wenn ich bei dir einen Nerv treffe. Wenn man es mit einem populären Begriff umschreiben wollte, hieße das, die Einschläge kommen immer dichter. Da muss man als Poet eben Nerven wie Drahtseile besitzen. Oder (wahrscheinlich) Lehrer gewesen sein. Früher habe ich versucht, Lehrer zu ärgern. Aber als ich gemerkt hatte, dass man von ihnen etwas lernen kann, sind sie in meiner Hochachtung enorm gestiegen. Das hält bis heute an. Und es bleibt hoffentlich so!

Danke und komm gut in die erste richtige Maiwoche. Herzlich Gil.

 EkkehartMittelberg (09.05.21)
Hallo Gil,
meine Schwester und mein Bruder haben in Berlin gelebt. Deshalb war ich oft da und kenne die Stadt ein wenig. Du hast sie treffend charakterisiert.
Beste Grüße
Ekki

 GastIltis antwortete darauf am 09.05.21:
Danke lieber Ekki,

ich vermute mal, dass das mit deinen Geschwistern noch zu einer Zeit war, als Bonn die Bundeshauptstadt war. Warum ich das vermute? Weil ich mir einfach nicht vorstellen will, dass Verwandte von dir, also Menschen, die die Qualitäten verkörpern, die du hier repräsentierst, in Berlin, falls sie denn beruflich, z.B. in politischen Ämtern tätig gewesen sein sollten, für solch ein Chaos mit verantwortlich sein könnten, wie es seit einiger Zeit vorhanden ist.
Gut, leben heißt nicht, beruflich oder politisch wirksam zu sein!
Aber ich lehne mich schon wieder aus meinem (geschlossenen) Fenster.

Sei herzlich gegrüßt von Gil.

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 12.05.21:
Du vermutest richtig, Gil, meine Geschwister waren in Berlin nicht politisch tätig.
Herzliche Grüße
Ekki

 plotzn (09.05.21)
Servus Gil,

in einen so großen Schmeltiegel passt 'ne Menge rein.
Deine persönliche Auswahl daraus gefällt mir sehr gut, weil sie Eigenschaften enthält, für die man den zweiten oder dritten Blick benötigt.

Det is Balin, wa?!

Liebe Grüße,
Stefan

 GastIltis äußerte darauf am 09.05.21:
Hallo Stefan,

dabei weißt du doch, dass ich selbst für den ersten Blick oft zu nüchtern bin.
Aber manchmal gelingt es einem, sich zu verstellen. Wie heute. Berlin macht eben alles möglich.
Übrigens danke ich dir, dass du oben vor dem Tiegel absichtlich das „z“ ausgelassen hast. Weil ich sonst womöglich morgen um 9:30 Uhr meinen Zahnarzt-Termin vergessen hätte. Zu deinem Mitleid siehe meinen Textteil vom Verstellen. Ach, nicht vorhanden? Dachte ich schon.

Dennoch, danke und schönen Sonntagabend wünscht dir Gil.

Antwort geändert am 09.05.2021 um 21:22 Uhr

 plotzn ergänzte dazu am 10.05.21:
Servus Gil,

stets zu Diensten! Ich hoffe, Dein _ahnar_t hat weder gebohrt noch ge_ogen und _wischen den _weiund_wan_ig restlichen _ähnen nicht so viele Lücken hinterlassen wie ich...

Liebe Grüße,
Stefan
Sin (56)
(09.05.21)
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 GastIltis meinte dazu am 09.05.21:
Ja, alter Junge,

du siehst das tatsächlich mit anderen Augen. Wenn zwei Töchter und zwei Enkelinnen in Berlin wohnen, und die Altersspannen erheblich auseinanderklaffen, und man selbst fast zwanzig Jahre mit Arbeiten zu tun hatte, die sich zwischen dem äußersten Norden und dem südlichen Rand (aber eben alles im Osten) bewegten, dann hat man schon eine Einstellung, die jenseits von Gut und Böse, sprich dem politischen Getue gewisser Leute, die meinen, dass sie Positionen bekleiden, liegt.(Etwas kompliziert, der Satz, das gebe ich gern zu. Aber nicht für dich!).
Aber wir fahren übermorgen hin. Und da werden wir feiern. Einen Geburtstag und dann noch etwas Persönliches. Berlin hat viel zu bieten. Eben auch leider!

Bleib offen. Herzlich grüßt dich Gil.

 Didi.Costaire (09.05.21)
Hallo Gil,

Berlin ist auch nicht mehr das, was es mal war. Die Qualität deiner Gedichte ist konstanter.

Beste Grüße,
Dirk

 GastIltis meinte dazu am 09.05.21:
Danke Dirk,

irgendwer, der vor kurzer Zeit Einsicht in diese Zeilen genommen hatte, meinte, sie erinnern sehr an Tucholskys Zeiten. Wenn du damit das Berlin meinst, das es nicht mehr ist, stimmt es sicher. Mit der Konstanz ist es auch so eine Sache. Fällt die Qualität oder steigt sie konstant, und wenn, heftig oder erträglich? (Kleiner Scherz zum Ende!)

Herzlich grüßt dich Gil.
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