Warten auf den späten Nachmittag

Kurzgedicht zum Thema Alltag

von  minimum

Warten auf den späten Nachmittag
wenn der Linienbus
durch den Westen der Stadt gleitet
auf Bahnen aus nassem Licht
und die Farben an den Rändern
zittern


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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (21.05.22, 13:42)
Ein spannend-verführerisches Bild hab' ich da vom Titel abwärts spontan im Kopf. Vielleicht auch aus folgendem Grund: Wenn ich geeignete (fotografisch-umsetzbare) Schwarzweißmotive suche, dann ist es oft die Geduld und das
Warten auf den späten Nachmittag
der die optimalen 'schrägen' Hell-Dunkel-Effekte mit sich bringt und an dem ich bspw.
Bahnen aus nassem Licht
mit der Kamera einfangen kann.

Jede deiner Zeilen in diesem Gedicht ist für mich auf den ersten Leseblick vorstellbar und ein 'bildlicher Genuss'- last, but not least die letzten beiden, in denen
die Farben an den Rändern zittern
Wunderbar! Lb. Gruß - Vaga

 minimum meinte dazu am 22.05.22 um 11:12:
Ein so plastisch-präziser Kommentar gibt dem Autor das (nicht selbstverständliche) Gefühl, der eigene Text könnte tatsächlich gelungen sein. Danke dir sehr!

 BeBa (21.05.22, 23:50)
Ich sehe ihn gleiten, den Linienbus. 


auf Bahnen aus nassem Licht

Ein wunderbares Bild, und dann noch:


und die Farben an den Rändern
zittern

Gefällt mir gut und mit jedem Lesen noch etwas besser.  ;)

 minimum antwortete darauf am 22.05.22 um 11:13:
Das freut mich außerordentlich :)  Vielen Dank!

 AchterZwerg (22.05.22, 06:55)
Großes Kino in schlichter, doch wunderbarer Sprache! <3

 minimum schrieb daraufhin am 22.05.22 um 11:26:
Danke für die wunderbare Würdigung :)
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