Männer diskutieren über Schönheit

Ansprache zum Thema Schönheit/ Schönes

von  EkkehartMittelberg

Bei einer Flussfahrt auf dem Shannon diskutierten einige Männner, zu denen ich auch gehörte, die halbe Nacht über Schönheit, über die von Frauen natürlich. Das begann mit dem Spruch “Schön ist nicht schön. Gefallen macht schön“. Das reichte uns nicht. Es war uns zu selbstverständlich, weil wir ja wissen wollten, ob wir in einem gewissen Maße übereinstimmten. Zuerst war Marylin Monroe eine Favoritin. Wir einigten uns aber darauf, dass sie sehr attraktiv war, jedoch nicht unbedingt schön: Argument: zu kurze Beine. Später wurde uns bewusst, dass wir uns an dem Schönheitsideal der Renaissance orientiert hatten, nach dem sich die einzelnen Teile des Körpers in einem ausgewogenen Verhältnis befinden sollten. Es gab am Ende eine Übereinstimmjung: Grace Kelly, die Fürstin von Monaco. Die entsprach nicht dem individuellen Geschmack eines jeden von uns, einigen war sie nicht attraktiv, nicht sexy genug. Möglicherweise erscheint eine so ebenmäßige Schönheit dem einen oder anderen als langweilig. Ein Ergebnis also: Was schön ist, muss nicht für jeden attraktiv sein. Die Skulptur der Venus von Milo kam ins Gespräch. Keiner, der sie nicht schön fand, ein Hinweis darauf, dass Schönheitsvorstellungen doch langlebig sind. In einem gewissen Kulturkreis wurde eingeschränkt. Es wurde daran erinnert, dass zum Beispiel auf bestimmten Südseeinseln die dicksten Frauen lange als die schönsten galten. Genug: Schönheit ist relativ, und dennoch macht es Spaß, sich in einem Gesprächskreis auf einige Gemeinsamkeiten einigen zu können. Wäre das nicht so, gäbe es die Misswahlen und Misterwahlen ja nicht. In der Literatur der Antike galten meines Wissens zwei Ideale: Helena und später Kleopatra. Aber ich lasse jedem seine Schönste und wenn es Twiggy ist oder wie hieß diese Magere mit den großen Augen. Außerdem hat dieser Monolog einen großen Mangel: Von der Seele, die Schönheit erst lebendig macht, war nicht die Rede.-)))


Z



Anmerkung von EkkehartMittelberg:

Foto: Pixabay kudibadorata
https://pixabay.com/de/photos/frau-pferd-magisch-tagtraum-dame-3551832

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Kommentare zu diesem Text


 harzgebirgler (27.03.26, 14:16)
hallo ekki,

die geschmäcker sind ja eh seit je verschieden
zumal die schönheit im betrachterauge liegt -
hauptsache der mensch ist mit zufrieden
und selig dann gar wenn die liebe siegt -
denn "ermutigung zur liebe" sagt einst schon
moliere "ist große frauenambition".

lg
henning

 EkkehartMittelberg meinte dazu am 27.03.26 um 14:30:
Merci Henning,
dem wird jeder zustimmen.
Interessant ist freilich, dass es Epochen gegeben hat, in denen man sich auf ein Schönheitsideal einigen konnte, in der Renaissance zum Beispiel auf die Ausgewogenheit des goldenen Schnitts.
Vielleicht kann man sich auf ein Schönheitsideal einigen, wenn man sich klar macht, dass die schönste Frau nicht die für einen persönlich attraktivste sein muss.

 harzgebirgler antwortete darauf am 27.03.26 um 17:17:
:) :)

Anya Taylor-Joy

ist laut der Analyse des Schönheitschirurgen Dr. Julian De Silva (Stand Sommer 2024) die aktuell schönste Frau der Welt nach dem Goldenen Schnitt. Ihr Gesicht entspricht zu 94,66 % der mathematischen Perfektion der „göttlichen Proportion“. Besonders ihre Augen wurden als nahezu perfekt bewertet.

 Saira (27.03.26, 16:31)
Hallo Ekki,

wir reden über Monroe, Grace Kelly und die Venus von Milo und doch lauert die Hässlichkeit oft anonym im Schatten. Sie kann Maßstäbe kritisieren, aber nie die Schönheit berühren, die im Auge und in der Seele lebt.

Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg schrieb daraufhin am 27.03.26 um 17:01:
Das stimmt, Sigi,
Hässlichkeit kann seelenlose Schönheit gefährden, aber an schönen Seelen scheitert sie.
Liebe Grüße
Ekki

 Alabanda (27.03.26, 16:58)
Wie flexibel das Schönheitsempfinden ist, kann man daran sehen, welche Verschönerungsaktionen die Menschen ihren Körpern in Zeit und Raum schon gegönnt haben :)

 EkkehartMittelberg äußerte darauf am 27.03.26 um 17:08:
Merci, Alabanda,
ein Blick auf die Verschönerungsaktionen ist wirklich interessant. Solche, die ihre Nasen und Ohren mit Pfeilen durchbohren, nehmen dafür Schmerzen in Kauf.
Kleopatra, die für ihre Schönheit in Eselsmilch badete, machte es sich etwas einfacher.
LG
Ekki
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