Wenn das Schicksal in die Speichen eines Rades greift!

Betrachtung zum Thema Glaube

von  Bluebird

Illustration zum Text
(von Bluebird)
Als am 5. Juni 1985 die Todesankündigung eines engen Freundes via spiritistischem Tischchen einging, geriet mein Leben von einem auf den anderen Moment in eine Art schicksalhaftem Ausnahmezustand
  Noch am gleichen Tage und in der Nacht geschahen Dinge, die man durchaus in die Kategorie Zeichen, Wunder und Fügungen einordnen kann.
  Ich begriff, dass hier ungewöhnliche Dinge geschahen und dass da vermutbarer Weise alles eine höheren Regieanweisung folgte. Aber ich begriff zu dem Zeitpunkt keineswegs, was eigentlich los war!

Dann am Morgen des 6. Juni, meines eigentlichen Schicksalstages - übrigens  der Fronleichnamtag -, erfolgte ja wie bereits in der vorigen Folge erwähnt der Furcht einflößende Abbruch meines spiritistischen Kontaktes:
WENN_DU_DICH_JEMALS_WIEDER_AN_UNS_WENDEST
_WIRD_ETWAS_GANZ_SCHRECKLICHES _PASSIEREN
 
Ein Ereignis, was mich wirklich zutiefst schockierte. Ich verstand die Welt nicht mehr, begiff aber instinktiv, dass ich mich in Gefahr befand. Und so verließ ich damals fluchtartig die Wohnung: 
Während ich nun an einer nahe gelegenen Haltestelle auf einen Bus wartete, brach wie schon in der Nacht ein heftiges Gewitter los. Innerhalb weniger Minuten war die Straße etwa zehn Zentimeter hoch mit schlammigem Wasser überflutet, was in hohem Tempo bergab schoss.
  Jetzt spielt auch noch die Natur verrückt!  Für einen kurzen Moment überlegte ich, ob da vielleicht ein Zusammenhang zwischen dem Unwetter und der Warnung der „Verwandten“ bestünde. Immerhin hatte ich noch nie zuvor in meinem Leben einen solchen Sturzbach erlebt. Wieso also ausgerechnet jetzt?
Ich fuhr mit dem etwas  später kommenden Bus zum Imbiss, und von da an mit dem Fahrrad weiter in die Düsseldorfer Altstadt. Dort aber war wegen des Feiertages nicht viel los und so entschied ich mich irgendwann, einfach wieder nach Hause zu fahren: 
Gerade hatte ich den Innenstadtbereich hinter mir gelassen, als mich von einer Sekunde auf die andere ein spontanes, starkes Durstgefühl überkam. Seltsam, wunderte ich mich.  Ich konnte mich nicht erinnern, so etwas - von einer Sekunde auf die andere geschehend -  vorher schon einmal erlebt zu haben. Ich hielt mein Fahrrad an und schaute umher. Wo bekam ich jetzt etwas zu trinken her?
  Dieses spontan aufgetretene heftige Durstgefühl interpretiere ich als eine weitere göttliche Fügung. Denn ohne diesen Umstand wäre ich einfach weitergefahren und die nun folgenden, direkt zu meiner Bekehrung führenden Ereignisse wären niemals geschehen:
Ich schaute mich nach einem Kiosk oder etwas Ähnlichem um. Aber auch da: Fehlanzeige! 
    In einiger Entfernung hinter mir sah ich eine kleine Menschenansammlung vor einem größeren Gebäudes stehen. Was war da los? Worauf warteten sie?  Mein Blick glitt die Gebäudewand hoch. Dort stand in riesigen Buchstaben geschrieben: J E S U S -H A U S                                                           
Augenblicklich fiel mir wieder jener denkwürdige Abend mit Frank, dem „Selbstmörder“ im Park, ein. Ich erinnerte mich an Franks Worte: „Das sind die Jesusfreaks … die haben eine Teestube. Da gibt es Tee und Kekse umsonst … und man kann sich auch ganz gut mit denen unterhalten!“
    Im Hause schien eine Veranstaltung zu laufen. Warum standen sonst so viele Menschen vor dem Eingang? Vielleicht hatte ich ja Glück und es gab da drinnen tatsächlich etwas zu trinken. Ich schloss mein Fahrrad an einen Laternenpfahl und ging schnurstracks auf den Eingang zu.
Gedankenimpuls:
Manchmal kann anhalten und sich umschauen der Anfang einer wundersamen, lebensverändernden Erfahrung sein


Anmerkung von Bluebird:

Folge 5 meiner autobiografischen Betrachtung
Die zitierten Texte stammen von:  hier

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Kommentare zu diesem Text


 loslosch (16.03.21)
und darum wird beim happy end
im film jewöhnlich abjeblendt. (K.T.)
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