Nachdem ich die Zusage einer dreijährigen Bafögförderung hatte, schrieb ich an die Bibelschule Beröa. Man schickte mir einen Aufnahmeantrag für das kommenden Schuljahr mit dem Hinweis, dass ich die schriftliche Unterstützung meines Pastors bräuchte.
Als ich nun den Pastor des Jesushauses um seine Unterschrift bat, gab er sie mir umgehend. Dann fragte er fast beiläufig: „Übrigens habe ich in zwei Tagen ganz in der Nähe der Bibelschule einen wichtigem Termin mit Reinhard Bonnke und einem katholischen Priester. Hättest du nicht Lust mitzufahren und deinen Antrag persönlich abzugeben?“
Für ein Abenteuer war ich damals immer zu haben und so sagte ich spontan zu. Nichtahnend, wie bedeutsam diese Entscheidung noch werden würde.
Als ich zwei Tage später zusammen mit dem Pastor im Sekretariat der Bibelschule stand und meinen Antrag abgeben wollte, kam gerade in diesem Moment ein Mann mittleren Alters herein. Freudig überrascht begrüßte er meinen Pastor.
Wie sich herausstellte, war es der Bibelschuldirektor! Als er den Grund unseres Kommens erfuhr, bat er mich samt Aufnahmeantrag spontan in sein Büro.
Der Direktor hatte schweigend der Geschichte der wundersamen Bewilligung des Bafögs zugehört. Nun holte aus einer Schreibtischschublade einen Stapel Bätter hervor und legte sei auf den Tisch: „Sieh mal hier! Das sind über dreißig Bewerbungen für das neue Schuljahr. Aber ich habe nur noch zwei Plätze zu vergeben.“
Ich erschrak. Sollte ich so kurz vor dem Ziel doch noch scheitern?
Der Direktor legte die Anträge wieder in die Schublade zurück, lehnte sich in seinem Sessel zurück und blickte mich ernst an „Ich bewillige deinen Antrag nicht wegen deiner tollen Wundergeschichte, sondern einzig und alleine weil dein Pastor sich die Mühe gemacht hat, dich persönlich hierher zu fahren. Ansonsten hättest du den Platz nicht bekommen.“
Er lächelte: „Danke deinem Pastor und Gott, der dies wohl so gefügt hat.“