Wartezimmer

Gedicht zum Thema Abendstimmung

von  Isaban

Am Abend gab es Haferbrei,

zu dünn, zu süß,

ich nahm nur zwei, drei

Löffel. Karl aus Zimmer vier

aß tapfer seinen Teller leer,

weil er noch an die Sonne 

glaubte. Dann war das 


Abendmahl vorbei. 

Dann kam die Nacht, 

die ihm den Atem raubte.

Der Morgen kam, die Sonne schien

und das kam keinem spanisch vor.

Hinter der Tür von Zimmer vier 

erklang ein ganzer Stimmenchor;


es war vollbracht.

Am Abend gibt es Haferbrei,

zu süß, zu dünn.

Mir fällt das Glauben ziemlich schwer.

Ich nehme höchstens zwei, drei 

Löffel, von dem süßen Scheiß; 

ich weiß um Zeit und Lichtverschleiß.




Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (12.05.26, 11:16)
Liebe Isaban, Dein Gedicht ist wie immer sehr flüssig. Ich stutze drei bis viermal. Schreibst du aus einem Krankenzimmer, einem Pflegeheim?. Was ist in Zimmer vier des nachts pasiert? Jemand hat seinen Atem verloren und morgens wurde er tot aufgefunden?
Wer füttert seine Kliensten oder Patienten mit süßem Haferbrei ab?
Ist das eine Metapher für einen Pflegedienst?
Zur Zeit online: