Man schrieb das Jahr 2026. Die Welt war im Schleudergang. Europa bedurfte dringend einer Grundreinigung. Da musste man mal energisch den ganzen alten Schmier abschrubben. Gut, dass das etliche verstanden hatten. Denn drum herum die Neue Welt erstrahlte schon in ganz frischen Tönen.
Aber was geschah in der Alten?
Die einen griffen zum "Bomuldsgulvmoppe“, die anderen zum „Kokvilnas Gridas Slota“. Dritte kannten nur den viel zu komplizierten „Mocio in cotone per pavimenti“, während besonders Sture auf ihrem „Bewelniany mod do podlóg“ bestanden.
Die vormals besonders Mächtigen im Bunde, die hielten natürlich fest an ihren früher einmal bewährten Modellen. Die Franzosen schwangen „La serpilière en coton“ die Spanier eine „Fregona die Algodon“ ,und was holten die Engländer aus ihrer kolonial so belasteten Mottenkiste: Einen „Cotton floor wringer“.
Da Reinigungsarbeiten in dieser dekadenten Staatenfamilie eh meist von Zugewanderten verrichtet wurden, kam prompt noch der türkische „Pamukla zemin paspasi“ zum Einsatz – die türkischen Frauen hätten sonst die ganze Aufregung nicht verstanden….
Die Deutschen, sonst immer die Saubermänner der Allianz, hatten gerade eine Koalitionsregierung. Deswegen konnten sie sich nicht einigen, ob das Vorhaben „EU-konzertierte Grundreinigung“ grundsätzlich mit den gerade erhöhten Mindestlöhnen zu schultern wäre.
Also kam der deutsche „Wischmopp“ nur in den von der SPD regierten Bundesländern zum Einsatz, während die CDU noch auf die Ergebnisse einer Expertengruppe wartete, die aber insgeheim schon das indische Modell „Wischnu“ favorisierte, was natürlich schon mit viel Schaum in die Social Media durchgesickert war.
Kakophonie also allerorten …statt politisches Zusammenstehen. Von wegen, endlich den zäh klebenden Schmier der Vergangenheit tiefenwirksam wegspülen.
Das geschah damals, 2026. Besser: Es geschah ja nicht. Viel Gewedel for nothing, - pardon: pour rien. Scusi: para niente ….sorry: für den Eimer!
Vielleicht war es die letzte Chance gewesen, doch noch einen einheitlich sauberen, trittfesten Boden unter die Füße zu kriegen.